Die illegale Rabattschlacht der Möbelhändler

Preiskampf
Die illegale Rabattschlacht der Möbelhändler

Kaum jemand macht so intensiv Werbung wie Möbelhäuser. Hinter der permanenten Rabattschlacht stecken nach Ansicht von Wettbewerbshütern viel zu häufig illegale Täuschungsmanöver. Die Branche gibt sich selbstkritisch.
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Frankfurt/KölnIm deutschen Möbelhandel ist immer Rabattschlacht. „Messepreise“, „Geburtstagsrabatte“, „Elefantastische Angebote“ oder „Räumungsverkauf“ schreien die bunten Werbeblätter jede Woche, um die Kundschaft in die Geschäfte am Stadtrand zu locken. Etliche Anbieter rühren die Werbetrommel viel zu laut und mit falschen Versprechungen, befand die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs und hat sich Ende 2016 über drei Monate hinweg die Prospekte der zehn größten Anbieter sowie zehn weiterer regionaler Möbelhäuser näher angeschaut.

Das erschreckende Ergebnis: Bei insgesamt 244 überprüften Prospekten wurden nicht weniger als 266 mögliche Verstöße gegen Wettbewerbsvorschriften gefunden. Mondpreise, versteckte Zusatzkosten, kaum entzifferbare Rabattausnahmen oder vorgetäuschte Jubiläen waren nur einige der Mängel, zu denen die Wettbewerbshüter anschließend Abmahnungen verschickten. Teilweise haben sich die Händler bereits verpflichtet, die Werbeaussagen nicht zu wiederholen, andere lassen es auf eine Klage ankommen.

„Immer höhere Rabatte ähneln Medikamenten, die in Überdosis oft immer weniger Wirkung erzeugen“, sagt selbstkritisch Thomas Grothkopp, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen in Köln. Wo früher ein günstiges Mittagessen oder ein billiges Kaffee-Gedeck als Lockmittel reichten, müssen heute vermeintliche Preisnachlässe von mehreren Tausend Euro herhalten.

Nach den Untersuchungen der Wettbewerbsanwälte sind die meist durchgestrichenen „Statt-Preise“ oft völlig aus der Luft gegriffen, weil sie in Wirklichkeit nie verlangt würden. Unverbindliche Preisempfehlungen der Hersteller sind wegen der zahlreichen Variationsmöglichkeiten der Einzelmöbel in der Branche eher unüblich. Belege für Mondpreise finden sich in den Prospekten, wenn identische Küchen oder Polstermöbel immer wieder zum gleichen reduzierten Preis offeriert werden. „Das ist dann der eigentliche Preis“, sagt der Geschäftsführer der Wettbewerbszentrale, Reiner Münker. Die Nutzung eines falschen Statt-Preises aber ist verboten.

Auch beim Erfinden von Sonderverkaufs-Anlässen seien die Händler viel zu kreativ, moniert die von Hunderten Verbänden, Kammern und Unternehmen getragene Zentrale in Bad Homburg bei Frankfurt. So habe eine nationale Handelskette ihre bundesweit einheitlichen Angebote in regionalen, aber eigentlich inhaltsgleichen Prospekten mal als Messepreise und mal als Räumungsverkauf beworben. Auch könne der Verbraucher keineswegs darauf vertrauen, dass das vermeintliche Super-Angebot nur zeitlich begrenzt vorhanden ist.

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„Die Preise sind für die Konsumenten sehr intransparent“

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