Preiskampf im Einzelhandel: Aldi wird edel, Edeka wird billig

Preiskampf im Einzelhandel
Aldi wird edel, Edeka wird billig

Aldi bietet in seinen Regalen immer mehr Markenartikel an und heizt damit den Preiskampf im Lebensmittelhandel an. Auch beim Ladendesign rüstet der Billiganbieter auf. Doch wie schick darf ein Discounter sein?

DüsseldorfDie Grenzen zwischen Supermärkten und Discountern verschwimmen. Schon seit Jahren verkaufen Edeka und Rewe neben dem „normalen Angebot“ Pizza und Limonade zum Discounterpreis. Doch inzwischen schlägt Deutschlands Discount-Marktführer Aldi zurück und nimmt immer mehr Markenartikel in sein bislang von No-Name-Produkten geprägtes Sortiment auf.

Für die Verbraucher ist das eine gute Nachricht. Denn egal ob der Billiganbieter Weichspüler, Energy Drinks oder Kartoffelchips von Markenherstellern in die Regale stellt: Meist geraten die bislang üblichen Preise für diese Produkte kräftig ins Rutschen. „Oft wurde der bisherige Aktionspreis zum Dauerpreis“, hat der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU beobachtet. Und er ist sicher: „Aldi wird noch mehr Markenprodukte listen. Das ist keine Frage.“

Der Grund für die Offensive des Discount-Marktführers ist für den Marketing-Fachmann offensichtlich. „Aldi hat in den vergangenen Jahren in Deutschland insbesondere an die großen Supermarktketten Marktanteile verloren“, erklärt er. Denn Edeka, Rewe und Co. seien mit einem Mix aus billigen Discount-Angeboten einerseits, größerer Auswahl und mehr Service andererseits besser auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse eingegangen. Auf diese Entwicklung habe Aldi reagieren müssen.

„Mit Marken wie Coca-Cola oder Red Bull spricht Aldi junge, markenaffine Kunden Leute an, die bislang häufiger einen Bogen um den Discounter machten“, erklärt Fassnacht die Aldi-Strategie. Und das Unternehmen binde gleichzeitig seine Stammkunden besser an sich. Denn die müssten nun nicht mehr zur Konkurrenz, um diese Markenprodukte zu kaufen.

Eine Kampfansage war das vor allem für den Erzrivalen Lidl, der Markenartikel zum Discounterpreis bislang als seine Domäne ansah. Und Lidl nahm die Herausforderung zum Preiskampf an. Der übrigen Konkurrenz blieb angesichts des Duells der Discount-Giganten nicht viel anders übrig, als zähneknirschend mitzuziehen. Schließlich sind die deutschen Kunden für ihre Preissensibilität bekannt.

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