Preiskampf ist eröffnet
Rewe sagt Aldi und Lidl den Kampf an

Die Kölner Genossenschaftsgruppe Rewe will mit der Tochter Penny im hart umkämpften deutschen Discount-Markt zur „klaren Nummer 3“ hinter Aldi und Lidl aufsteigen. Im Kampf gegen die Konkurrenz senkt der Handelskonzern nun auch die Preise. Davon profitieren zumindest die deutschen Verbraucher.

HB KÖLN. Die Preissenkungen beträfen aber nur das untere Preissegment und zögen sich nicht quer durch das breite Supermarktsortiment. Diese hätten ein Volumen in Verkaufspreisen zwischen 30 bis 50 Mill. € auf das Gesamtjahr 2004 hochgerechnet, sagte das Rewe-Vorstandsmitglied für Einkauf, Hans Schmitz, am Donnerstag in Köln.

Der zweitgrößte deutsche Lebensmittelhändler nach Edeka/AVA will außerdem Aldi & Co mit Billigmarken Paroli bieten. „Wir werden den Eigenmarkenanteil weiter ausbauen“, sagte Vorstandssprecher Ernst Dieter Berninghaus. So sei die Rewe bereits unter anderem mit ihrer Eigenmarke „Ja“ sehr erfolgreich. Neue Preisattacken werde Rewe nicht reiten, weil „solche Preiskämpfe keine Sieger haben“. Der Vormarsch der führenden Discounter habe sich inzwischen zumindest verlangsamt. Gegen den Branchentrend habe die Rewe in den ersten vier Monaten 2004 Umsatzzuwächse im Heimatmarkt erzielt. Für das Gesamtjahr 2004 wird ein Rekord-Gesamtumsatz von mehr als 40 Mrd. € angepeilt.

Die Rewe bietet Aldi & Co aber auch mit der Discounttochter Penny die Stirn. Penny erziele auf gleicher Verkaufsfläche Umsatzzuwächse im zweistelligen Prozentbereich, während die führenden Discounter nach Branchenerkenntnissen mit rückläufigen Zuwachsraten zu kämpfen hätten und sich deshalb regelrechte Preiskämpfe lieferten, betonte Berninghaus. Penny soll die Tengelmann-Tochter Plus überholen und drittgrößter Discounter nach Aldi und Lidl werden. Außerdem sei Penny ein Motor bei der Auslandsexpansion von Rewe. Im Supermarkt-Bereich sei es die österreichische Filialtochter Billa.

Rewe werde sich nach dem Führungswechsel von Hans Reischl auf Berninghaus Anfang Mai nicht von der Touristik trennen. Für die Touristikaktivitäten werde kein Partner gesucht, betonte der Rewe- Chef. Mit den Reiseveranstaltern um ITS und DER-Tour ist Rewe die drittgrößte Touristikgruppe in Deutschland nach Tui und Thomas Cook. Rewe ist auch am Ferienflieger LTU (40 %) beteiligt. Derzeit würden mit drei potenziellen Investoren Gespräche über einen Einstieg bei LTU geführt, sagte Vorstandsmitglied Gerd Bruse. Dabei geht es um den früheren Swissair-Anteil, der von Treuhändern verwaltet wird.

Der Kölner Handelsriese Rewe will nach dem Generationswechsel in der Chefetage transparenter werden ohne die genossenschaftlichen Wurzeln zu kappen. „Es wird künftig keinen Ansatzpunkt mehr für den Vorwurf der Intransparenz geben“, unterstrich der 39-jährige Berninghaus. In der Eigentümerstruktur gebe es durch eine kleinere Anzahl an Stimmen wieder eine klare Mehrheit für die selbstständigen Kaufleute und die Genossenschaften. Das Zusammenspiel von Vorstand und Aufsichtsrat werde verbessert. Medienberichten zufolge war am Ende der drei Jahrzehnte langen Ära Reischl durch ein verschachtelte Struktur unklar, ob Eigentümer oder Management mehr Stimmen hatten.

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