Preispolitik der Konkurrenz bringt mehr Passagiere
Ryanair legt bei Gewinnen deutlích zu

Europas führender Billigfluganbieter Ryanair hat in seinem ersten Geschäftshalbjahr dank eines kräftig gestiegenen Passagieraufkommens beim Gewinn um fast ein Fünftel zugelegt und damit die Erwartungen der Analysten weit übertroffen.

HB DUBLIN. Im ersten Halbjahr (per Ende September) seien die Nettoeinnahmen auf 200,1 Millionen Euro von 168,9 Millionen Euro gestiegen, teilte das irische Unternehmen am Dienstag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 187,6 Millionen Euro gerechnet. Ryanair will zudem weiterhin nicht an den Finanzmärkten gegen den steigenden Ölpreis absichern, solange dieser nicht auf „normales“ Niveau gesunken sei. Ein Preisniveau von 50 Dollar je Barrel bis Jahresende würde mit etwa 55 Millionen Euro zusätzlichen Kosten zu Buche schlagen.

Ryanair profitiert den Angaben nach von der Preispolitik der konkurrierenden Fluggesellschaften, von denen viele angesichts des hohen Ölpreises vorübergehend einen Kerosinaufschlag auf ihre Ticketpreise erheben. Als Folge sei der Zulauf zu Ryanair noch größer, teilte das Unternehmen mit. Das Passagieraufkommen sei in den sechs Monaten um 24 Prozent gestiegen; der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 721,1 Millionen Euro.

Das Unternehmen zeigte sich zudem zuversichtlicher angesichts der Entwicklung seiner Einnahmen pro Passagier. Nunmehr sei mit einem Rückgang dieser Kennzahl um fünf bis zehn Prozent zu rechnen statt wie bislang von zehn bis 20 Prozent. Im ersten Halbjahr sanken diese Einnahmen um fünf Prozent. Die besser als erwartete Entwicklung führte das Unternehmen auf die positiveren Geschäfte im Sommer sowie die Preispolitik der Konkurrenz zurück.

Der Flughafen im rheinland-pfälzischen Hahn soll ab März mit einer sechsten Maschine ausgestattet werden. Das Potenzial reiche noch bis zu zehn Flugzeugen, betonte eine Sprecherin. Hahn ist dann nach Stansted bei London und Dublin das drittgrößte Ryanair-Drehkreuz. Zur Frage einer zweiten Basis in Deutschland, über die ursprünglich Ende des Jahres entschieden werden sollte, äußert sich das Unternehmen inzwischen etwas zurückhaltender. „Wir werden in den nächsten Monaten mindestens eine neue Basis in Europa ankündigen“, sagte eine Sprecherin. Mit den neuen Strecken ab Deutschland sei man aber zufrieden.

Gegen steigende Ölpreise ist Ryanair seit diesem Monat nicht mehr abgesichert. Allerdings will man auf Kerosin-Zuschläge nach wie vor verzichten und stattdessen weiter aggressive Preise anbieten. Mittelfristig rechnet das Unternehmen mit wieder nachlassenden Ölpreisen. Ryanair bedient 186 Routen in 17 Ländern und beschäftigt rund 2300 Mitarbeiter.

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