Preisschlachten zehren am Ertrag
Hornbach zeigt kein Interesse an Praktiker

Am Erwerb der zum Verkauf stehenden Metro-Tochter Praktiker ist die Baumarktkette Hornbach nicht interessiert. "Das Unternehmen passt nicht zu uns, weil die Filialgrößen zu unterschiedlich sind", sagte Firmenchef Albrecht Hornbach am Freitag bei der Vorlage der Konzernzahlen.

HB DÜSSELDORF. Erst vor wenigen Tagen hatte die Metro AG angekündigt, parallel zu den Verkaufsvorbereitungen einen Börsengang von Praktiker zu prüfen. Sollte sich ein Käufer für Praktiker finden, erwartet Hornbach ein Abflauen der derzeitigen Preisschlacht. „Der Erwerber wird sicherlich versuchen, mit Praktiker Geld zu verdienen“, so Hornbach. Mit der derzeitigen Preispolitik sei dies der Metro-Tochter aber bisher nicht gelungen.

Nach dem Rekordjahr 2004 bekommt der Baumarktkonzern Hornbach nun selbst den Preisdruck der Wettbewerber zu spüren. Während der Umsatz der Konzernholding im vergangenen Geschäftsjahr (bis Ende Februar) um acht Prozent auf 2,22 Mrd.. Euro zulegte und der Betriebsgewinn (Ebit) um 25 Prozent auf 99 Mill. Euro nach oben schnellte, läuft das Geschäft von Deutschlands einziger börsennotierter Baumarktkette seit März eher schleppend.

Im ersten Geschäftsquartal (31.5.) ging es zwar mit dem Umsatz der Hornbach-Holding um weitere 5,4 Prozent bergauf. Auf vergleichbarer Fläche verloren die Pfälzer aus Neustadt aber 0,5 Prozent. Auch das Betriebsergebnis ging um 22 Prozent auf knapp 40 Mill. Euro gegenüber dem Vorjahresquartal zurück.

Als Grund nennt Vorstandschef Albrecht Hornbach neben der ungünstigen Witterung vor allem den Preiskampf in der Branche. Insbesondere Praktiker hatte zuletzt immer wieder mit Rabattaktionen bis zu 20 Prozent geworben. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, versprach Hornbach seinen Kunden, die Praktiker-Preise noch einmal um zehn Prozent zu unterbieten. Die Folge: Im ersten Quartal sank die Handelsspanne der Baumärkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 36,9 auf 35,7 Prozent.

Beim Kampf um den Kunden beansprucht sowohl Hornbach wie auch Praktiker die Preisführerschaft. Die Metro-Tochter investierte zuletzt derart viel in die Preise, dass der Vorsteuerertrag nach Analystenberechnungen negativ blieb.

Vor allem das rasante Wachstum der Verkaufsfläche macht der Branche zu schaffen. Wie der Baumarktverband BHB errechnete, wuchs sie allein im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent. So legte die gesamte Branche zwar 2004 beim Umsatz leicht zu, flächenbereinigt aber stagnierten die Erlöse. Die Unternehmensberatung Ernst & Young erwartet, dass bis 2015 nur drei der insgesamt 14 deutschen Baumarktketten überleben werden.

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