Preissenkung
Russlandsanktionen machen Käse billiger

Erst die Butter, dann der Käse. Aus dem Einzelhandel kommt eine positive Meldung für deutsche Verbraucher: Sie müssen weniger für diese Milchprodukte zahlen. Zu verdanken haben sie das den Sanktionen gegen Russland.
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Essen/MülheimNach der Butter wird auch der Käse billiger. Deutschlands Discount-Marktführer Aldi hat die Preise für zahlreiche Produkte wie Käseaufschnitt, Frisch- und Schmelzkäse, aber auch Sahneprodukte um teilweise mehr als 13 Prozent gesenkt. Bei Norma sollen vor allem Käseprodukte und Kaffeesahne billiger werden. Netto Marken-Discount kündigte Preissenkungen bei verschiedenen Eigenmarken an, darunter Käse und Zahnpasta.

Aldi betonte, das Unternehmen gebe mit der Rotstiftaktion sinkende Rohstoffpreise an die Kunden weiter. Der Hintergrund: Die Milchpreise auf den Erzeugermärkten sind seit Monaten unter Druck. Ursache dafür sind nach Angaben des Milchindustrie-Verbandes eine hohe Milchanlieferung in Deutschland, aber auch das russische Einfuhrverbot für Milchprodukte, das für zusätzlichen Druck auf die Preise sorge.

Schon Anfang September hatten Supermärkte und Discounter die sinkenden Erzeugerpreise an die Verbraucher weitergereicht. Auch hier machte Aldi den Anfang und senkte den Preis für die 250-Gramm-Packung deutsche Markenbutter von 0,99 auf 0,85 Euro. Edeka, Rewe, Lidl, Penny, Netto und Norma folgten.

Die Käsepreissenkung von Anfang Oktober passt in die aktuelle Strategie des Billiganbieters. Aldi versucht zurzeit mit immer neuen Rotstift-Aktionen sein Preisimage zu schärfen. Erst Anfang September war das Unternehmen Vorreiter bei der Senkung der Butterpreise, als es den Preis für die 250-Gramm-Packung deutsche Markenbutter von 0,99 auf 0,85 Cent senkte. Jetzt reduzierte Aldi etwa den Preis für die 400-Gramm-Packung Schnittkäse um 30 Cent auf 1,89 Euro.

Während die aktuellen Preissenkungen viele Verbraucher erfreuen dürfte, sorgt die Entwicklung bei Bauern für Sorgenfalten. Der Deutsche Bauernverband warf den Handelsketten bereits Anfang September vor, den russischen Importstopp und die damit verbundene Verunsicherung der Märkte auszunutzen, um die Einkaufspreise zu optimieren - zulasten der Erzeuger. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels wehrte sich allerdings entschieden gegen diese Vorwürfe.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Preissenkung: Russlandsanktionen machen Käse billiger"

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  • Viel zu kurz gedacht Herr Kammerer: Die Hersteller werden mit Steuergeldern entschädigt und fahren anschließend die Kapazitäten runter. D.h., neben zusätzlichen Ausgaben aus dem Steuerhaushalt, gehen Arbeitsplätze verloren und werden Investitionen zurückgefahren. Zusätzlich werden nächstes Jahr wegen geringerer Herstellungskapazität die Preise hochgehen. Guten Appetit.

  • Und schon faseln Graf-Draghila & Co. von "Deflation"

  • Nicht ganz richtig, die sinkenden Preise sind nicht den EU Sanktionen, sondern den russichen Gegensanktionen geschuldet. Nichtsdestotrotz, ich finds gut ! Die Preise gehen in die andere Richtung und die Russen können meinetwegen Kraut und Rüben zum Frühstück haben.

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