Preissenkungswelle
Frischfleisch soll billiger werden

Die Verbraucher freut es: Einige Handelsunternehmen wollen die Fleischpreise senken. Die Umweltorganisation Greenpeace äußert Bedenken gegen neue Spottpreise. Und das Kartellamt macht sich grundsätzlich Sorgen.
  • 6

Berlin Verbraucher in Deutschland müssen in vielen Fällen weniger für Frischfleisch bezahlen. Die Handelsunternehmen Aldi-Nord, Aldi-Süd und Norma läuteten am Samstag eine Preissenkungsrunde für viele Produkte in ihrem Sortiment ein. Die Nachlässe bei der reduzierten Ware lagen meist zwischen drei und neun Prozent.

An Aldi-Preisen orientieren sich auch andere Handelsunternehmen wie zum Beispiel die Supermarkt-Ketten Edeka und Rewe („Gut & Günstig“, „Ja“). Von diesen beiden war am Samstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Ein Sprecher von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro sagte hingegen, es gebe keine Preissenkungswelle in den zum Unternehmen gehörenden Real-Märkten. Das Fleisch komme zum größeren Teil frisch von der Theke und sei mit der abgepackten Ware der Konkurrenten Norma oder Aldi nicht vergleichbar.

Derweil hat die Umweltorganisation Greenpeace grundsätzliche Bedenken gegen niedrige Fleischpreise. „Statt Fleisch zu Spottpreisen zu verkaufen, sollte weniger und besseres Fleisch mit geringeren Umweltkosten produziert werden“, sagte Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter einer Greenpeace-Mitteilung zufolge.

Vor allem Billigfleisch aus Intensivtierhaltung verursache gewaltige ökologische Folgekosten. Außerdem äßen die Deutschen im Durchschnitt mehr als doppelt so viel Fleisch wie von Gesundheitsorganisationen empfohlen.

Seite 1:

Frischfleisch soll billiger werden

Seite 2:

Mehr Steuern auf Fleischprodukte?

Kommentare zu " Preissenkungswelle: Frischfleisch soll billiger werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein Wettbewerb am freien Markt der die Preise für die Verbraucher (welche immer auch Produzenten von Gegenwerten sind) senkt? Das darf nicht sein! Da muß sofort der sozialistische deutsche Staat eingreifen. Notfalls mit Hilfe von pseudo-Argumenten wie industrielle Tierhaltung. (Erinnert irgendwie an die Energiewende: Großindustriell billig erzeugter Strom ist "böse", dezentral und teuer ist "gut").

    Die Tierschützer sollten sich bewußt sein, daß der Markt eine sehr demokratische Sache ist: Alles wird in dem Maße produziert in dem es nachgefragt wird. Wenn also nur geringe Mengen Bio-Lebensmittel produziert werden, und viel industrielle Lebensmitteln, dann nur deshalb, weil es keine Mehrheit für die Bio-Öko-Produkte gibt. Daran etwas staatlich zu ändern ist ganz einfach undemokratisch.

  • Preise runter, Qualität rauf.

    Wer's glaubt...

  • In Anbetracht der inzwischen rasant ansteigenden Zahlen von Mitmenschen, die offenbar ihren Lebenssinn darin sehen, als Abfallverwertungsorgane des industriell-argrarischen Massentierfleischmästereisektors zu fungieren, werdem sioh die Dumpingpolygopoldiscounter freien.

    Dass die Leute sich mittel bis langfristig ihre Gesundheit zu ruinieren, weil Antibiotika, Turbomasthormone und Parasitenbekämpfungspharmaka, die im Verdacht stehen sowohl die spongiforme, aber eben auch die transmissible bovine Enzophalopathie (BSE und TSE, also Alzheimer) auszulösen, bei Massenkonsum für die Vernichtung menschlicher Organismen verantwortlich zu sein, spricht nicht für Intelligenz, sondern für konsumsüchtige Gier und Habgier.

    Bleibt nur noch, den Leuten eine fröhlichen Tod und langes Siechtum in den neuen Fabrikhallen der Pflegefallindustrie zu wünschen.

    Arme Seelen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%