Preissteigerungen
Spritpreise belasten Bilanzen der US-Airlines

Während Marktführer United Continental die Folgen der Fusion verarbeiten muss, legt Lufthansa-Partner Jetblue einen Gewinnsprung hin. Doch alle US-Airlines leiden unter dem hohen Kerosinpreis.
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New YorkGemischte Ergebnisse von den US-Fluggesellschaften zu Jahresbeginn: Teures Kerosin und hohe Integrationskosten haben Marktführer United Continental im ersten Quartal tiefer in die roten Zahlen getrieben. Unter dem Strich verdoppelt sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 448 Millionen US-Dollar (339 Mio Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in Chicago mitteilte. 

Dagegen gelang dem amerikanischen Lufthansa-Partner Jetblue dank höherer Ticketpreise ein kräftiger Gewinnsprung. Unter dem Strich stand bei dem Unternehmen ein Gewinn von 30 Millionen Dollar und damit zehn Mal so viel wie ein Jahr zuvor. „Trotz der unsicheren Wirtschaftslage haben wir einen Rekordumsatz erzielt und die gestiegenen Treibstoffkosten mit höheren Erlösen komplett aufgefangen“, erklärte Jetblue-Chef Dave Barger in New York. 

Insgesamt kletterte der Jetblue-Umsatz um 19 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Die Treibstoffrechnung kletterte allerdings noch stärker um 23 Prozent auf 433 Millionen Dollar. United Continental konnte den Umsatz um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar steigern. Die Treibstoffkosten stiegen hier um 21 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar und zehrten die Mehreinnahmen auf. 

„Es war ein schwieriges Quartal, aber wir haben bei der Integration große Fortschritte gemacht und können nun als eine einzige Fluggesellschaft auftreten“, sagte Konzernchef Jeff Smisek. Die Fluggesellschaft war aus der Fusion der zuvor eigenständigen Unternehmen United und Continental Airlines hervorgegangen. 

Die Ausgaben für Kerosin haben die Personalkosten als wichtigsten Kostenblock der Luftfahrtbranche abgelöst. Die Gesellschaften bitten deshalb die Passagiere stärker zur Kasse. Delta Air Lines und US Airways, die ihre Bilanzen bereits vorgelegt haben, war dadurch wie JetBlue ein Gewinn zu Jahresbeginn gelungen. 

Die Lufthansa hatte ihre Verbindung zu Jetblue zuletzt allerdings gelockert: Ende März legte Europas größte Fluggesellschaft eine Anleihe auf, die die Anleger in Jetblue-Aktien eintauschen können. Zur Disposition steht dabei die komplette Jetblue-Beteiligung der Lufthansa in Höhe von rund 16 Prozent. Allerdings können die Deutschen noch zurückziehen und den Anlegern stattdessen einen Geldbetrag auszahlen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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