Preisverfall aber ein spezifisch deutsches Problem: Preisschlachten bereiten Sportartikelbranche Kopfschmerzen

Preisverfall aber ein spezifisch deutsches Problem
Preisschlachten bereiten Sportartikelbranche Kopfschmerzen

Im Einzelhandel herrscht ein gnadenloser Preiskrieg - und der treibt mittlerweile viele Sport-Einzelhändler an den Rand des Ruins, klagen die vor allem die Einkaufsverbünde Intersport und Sport 2000 zum Auftakt der internationalen Leitmesse Ispo Winter in München. „Der Winter ist o.k., der Handel k.o.“, sagte Rossignol-Deutschlandchef Helmut Bälz am Sonntag in München. Rückenwind soll ihnen, aber auch den Herstellern die sportlichen Großereignisse Fußball-EM und Olympia bringen. Dennoch dürfte der Preisdruck nach Einschätzung der Experten auch 2004 andauern.

HB MÜNCHEN. Auf der Ispo Winter 2004 präsentieren noch bis Mittwoch (4. Februar) rund 1700 Aussteller die neuesten Trends rund um Ski, Snowboard und Outdoor-Aktivitäten. Im vergangenen Jahr war der Umsatz im deutschen Sportfachhandel von 7,5 auf 7,1 Mrd. € gesunken. Falls die Konjunktur anspringt, könnte das Geschäft nach Einschätzung der Branche mit Hilfe der Sport-Großereignisse 2004 wieder zulegen. Zudem profitiert die Branche bisher vom schneereichen Winter.

Vor allem die großen Kaufhauskonzerne und die Discounter setzen die klassischen Fachhändler unter Druck. „Schuld sind die von den Warenhauskonzernen angezettelten Rabattschlachten, die ein reguläres Verkaufen nur noch ganz zu Anfang der Saison gestatten“, sagte Sport 2000-Geschäftsführer Wolfgang Schnellbügel. Die Händler müssten den Preisdruck an die Lieferanten weitergeben, die Kunden seien verunsichert. „Man braucht kein Prophet zu sein, um zu prognostizieren, dass der Druck auf die Durchschnittspreise auch 2004 weiter anhalten wird.“ Die 779 Sport-2000-Händler konnten sich im vergangenen Jahr mit einem Umsatzrückgang um durchschnittlich 0,7 % zumindest noch besser schlagen als der Markt.

Ähnlich sah die Entwicklung bei den Intersport-Geschäften aus, mit 1390 Mitglieder nach eigenen Angaben die größte mittelständische Verbundgruppe im europäischen Sportfachhandel. In den angeschlossenen Läden sanken die Erlöse im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 2,2 Mrd. €. „Wie viel Kapitalvernichtung wollen die zwei großen Warenhauskonzerne noch betreiben“, fragte Vertriebsvorstand Klaus Jost mit Blick auf die Niedrigpreise der Kaufhäuser. Mit besserem Service und innovativen Produkten wollen sich die Sport 2000 und Intersport-Geschäfte gegen die Entwicklung stemmen.

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