Preiswettbewerb in Deutschland drückt den Umsatz mit Körperpflegeprodukten und Waschmitteln
Verbraucher greifen zur billigen Pflege

Die Quartalsberichte der Konsumgüterhersteller wie Beiersdorf und Henkel haben es schon ahnen lassen: Die Deutschen geben mittlerweile auch weniger Geld für Körperpflege aus und greifen zu günstigeren Produkten. Das zeigt die gestern vorgestellte Jahresstatistik des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW).

tel FRANKFURT/M. Nachdem der Markt im vergangenen Jahr noch leicht um 1,5 Prozent gewachsen ist, wird er in diesem Jahr um 1,7 Prozent auf rund elf Mrd. Euro Umsatz sinken. Da die verkauften Mengen aber weitgehend stabil geblieben sind, zeigt sich in den Umsatzrückgängen der extreme Preiskampf, der „von den Discountern auf die Drogeriemarktunternehmen übergegangen ist“, wie es IKW-Geschäftsführer Bernd Stroemer, formuliert. Umsatzrückgänge von fünf Prozent und mehr verzeichnen beispielsweise Deodorants und Seifen, selbst der größte Markt der Haarpflegemittel ist mit einem Minus von 1,9 Prozent rückläufig. Wachstum, wenn auch auf kleinem Niveau, verbuchen derzeit nur Zahn- und Mundpflegemittel.

Pro Kopf haben die Bundesbürger nach Verbandsangaben im Schnitt 134 Euro für Körperpflegeprodukte ausgegeben, zwei Euro weniger als im vergangenen Jahr. Zwar setzt der IKW noch leichte Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft, insbesondere was den Verkauf von Parfums und Duftprodukten anbelangt: „Ich erwarte aber keine Wunder“, meint der IKW-Vorsitzende Werner Brettschneider.

Auch für das kommende Jahr ist der Herstellerverband wenig optimistisch. „Es wird erheblicher Anstrengungen bedürfen, um aus dem Minus wieder herauszukommen“, sagte Brettschneider. Die Einführung innovativer Produkte sowie eine Steigerung der Marketingaktivitäten gehören seiner Ansicht nach dazu. Gerade in puncto Werbung könnte die Branche noch zulegen, wie auch die aktuelle Statistik von Nielsen Media Research zeigt. Danach sanken die Werbeausgaben beispielsweise für Haarpflegemittel in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 3,3 Prozent, während die Bruttowerbeausgaben insgesamt 5,5 Prozent zulegten.

Der Preiswettbewerb hat auch die Umsätze mit Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln sinken lassen. 2004 wird sich laut IKW ein Minus von 3,2 Prozent auf 3,76 Mrd. Euro ergeben. Besonders massiv verloren die Universalwaschmittel, dieser größte Teilmarkt schrumpfte um acht Prozent auf eine Mrd. Euro.

Hersteller wie Henkel haben im dritten Quartal allerdings mit erhöhten Marketingaktionen den Negativtrend im Waschmittelbereich für sich wieder umkehren können, wie das Unternehmen kürzlich bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte. Allerdings haben werben die Hersteller von Waschmitteln in diesem Jahr insgesamt deutlich weniger (minus acht Prozent).

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