Premium Economy
Lufthansa führt neue Klasse ein

Zwischen Economy und Business: Die Lufthansa führt eine neue Klasse ein. Passagiere können ab 2014 Plätze in der „Premium Economy“ buchen. Bisher hatte der Konzern diesen Schritt gescheut.
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MünchenDie Deutsche Lufthansa plant für 2014 die Einführung einer neuen Klasse. „Jetzt werden wir eine vierte Klasse einführen, weil unsere Kunden das möchten“, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz der „Süddeutschen Zeitung“. „Künftig können unsere Kunden entscheiden, ob sie allein auf den Preis achten wollen oder auch auf den Komfort.“

Die neue Klasse soll „Premium Economy“ heißen. Die Lufthansa wolle im Frühjahr 2014 „den neuen Sitz vorstellen“ und dann mit der Umrüstung der Flotte beginnen, kündigte Franz an. Pro Flugzeug sollen ungefähr zehn Prozent der Sitze in der neuen Klasse angeboten werden. Der Preis werde näher an der Economy sein als an der Business-Klasse. Lufthansa hatte bisher immer einen solchen Schritt gescheut, weil der Konzern befürchtete, dass dann zu viele Passagiere aus der profitablen Business Class abwandern.

Zugleich bestätigte Franz den bereits kolportierten Abgang von Personalvorstand Stefan Lauer. "Es trifft zu, dass sich Veränderungen abzeichnen." Lauer werde zur Jahresmitte 2013 ausscheiden. Nachdem nun weitreichende Entscheidungen über den Umbau des Konzerns getroffen worden seien, soll die "mehrjährige Umsetzungsphase ganzheitlich und aus einer Hand" erfolgen. Als Personalchef ist Lauer auch für die Verhandlungen mit den Gewerkschaften zuständig, die derzeit durch die Warnstreiks von Verdi im Fokus stehen.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" sollen für ihn gleich zwei Manager nachrücken. Lauer betreut zurzeit neben seinem Hauptjob auch noch Beteiligungen wie Swiss, Austrian Airlines oder Brussels Airlines. Diese Aufgabe soll dem Magazin zufolge künftig abgespalten und von einem zusätzlichen, fünften Vorstandsmitglied übernommen werden.

Die besten Chancen habe Swiss-Chef Harry Hohmeister, ein enger Vertrauter von Lufthansa-Boss Christoph Franz. Wer im obersten Führungsgremium künftig Personalfragen vertritt, entscheidet sich zwischen dem Tarifexperten Peter Gerber und der ehemaligen Bahn -Managerin Bettina Volkens, so der "Spiegel". Einzelheiten sollen auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung noch vor dem nächsten regulären Treffen Anfang Mai beschlossen werden. Lufthansa lehnte einen Kommentar dazu ab.

In der „Süddeutschen Zeitung“ betonte Franz zudem, dass die Komplettübernahme der belgischen Beteiligung Brussels Airlines geplant sei. „Eine vollständige Übernahme wird erfolgen, wenn der Turnaround abgeschlossen ist und Brussels fest auf beiden Beinen stehen kann“, sagte er. Die Lufthansa habe dem belgischen Ableger nun einen Kredit von 100 Millionen Euro gewährt. 45 Millionen Euro seien bereits ausgezahlt worden. Derzeit hält Lufthansa 45 Prozent an Brussels.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Premium Economy: Lufthansa führt neue Klasse ein"

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  • @Felix: für Sie ist der TÜV auch Teufelszeug, oder, denn die LH wird schon aufpassen, dass nichts passiert.....
    Ich mag die Marktwirtschaft. Aber manche Dinge, zB rund um das Thema Gesundheit, gehören nicht vollständig in die Hand des Marktes.


  • Herr Franz treibt die einstige Premium Airline gezielt in den Abgrund. Wer viel auf Langstrecken fliegt weiß, dass hier Emirates oder Singapore Airlines mittlerweile um 2 Klassen besseren Service (bei Emirates für weniger Geld) bieten. 90% der international eingesetzten Flugggeräte der LH muten bezüglich der Ausstattung und des Komforts wie das Retro-Design der 60er an.

    Die treuesten Kunden, d.h. die Business- und Vielflieger kehren der LH scharenweise den Rücken.

    Die Mitarbeiter haben jegliches "Wir-Gefühl" unter Herrn Franz verloren. Ihm fehlt jegliches Charisma, was seine Vorgänger (Weber und Mayrhuber) bei den Mitarbeitern und Kunden so beliebt machte.

    Herr Franz ist das bislang unfähigste Aufsichtratsmitglied der Lufthansa, ohne jegliche Sensibilität für Kunden und Mitarbeiter. Schon Herr Medorn hat Franz wegen Unfähigkeit bei der Deutschen Bahn gefeuert.

    Warum schickt man Franz nicht in die Wüste oder zu Opel?

  • @ Felix - Eine Diskussion mit Ihnen hat wohl keinen Sinn. Trotzdem: wenn das einzige Kriterium ist, auf so wenig Platz soviel wie möglich Menschen unterzubringen, dann werden Sie bald mit den Knien am Kinn reisen. Die Qualität der Kabinenluft ist auch ein Kostenelement und kann sicher auch noch weiter gesenkt werden. Was hat das alles mit Sozialist zu tun? Rote Ampeln sind für Sie sicher auch eine Erfindung von Stalinisten welche Sie am Ausfahren Ihres SUVs in der Stadt hindern? Wir zahlen gerade Milliarden in Europa für Leute wie Sie.

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