„Prime Air“ mit Mini-Drohnen

Achtung, da kommt ein Amazon-Paket geflogen!

Der Internet-Händler Amazon testet die Auslieferung seiner Pakete durch unbemannte Fluggeräte – schon bald könnten die Mini-Drohnen abheben. Doch Kritiker beschreiben den Dienst als die Marketing-„Luftnummer“ des Jahres.
Update: 03.12.2013 - 06:18 Uhr 27 Kommentare

Guten Appetit - Pizza per Drohne erfolgreich getestet

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DüsseldorfGeht es nach dem Willen von Jeff Bezos, dann bringt der Weihnachtsmann demnächst wohl keine Geschenke mehr. Denn der Internet-Gigant Amazon will in naher Zukunft bestellte Ware mit kleinen Drohnen ausliefern und so die Kosten für Paketzustelldienste reduzieren. Große Logistiker wie die Deutsche Post-Tochter DHL, UPS oder den Paketdienst Hermes könnte das empfindlich treffen. Auf Anfrage von Handelsblatt-Online teilt eine DHL-Sprecherin mit, dass man sich im Moment nicht dazu äußern werde (Ergänzung dazu siehe*). Der DHL-Rivale UPS teilte vor wenigen Wochen mit, man habe das Thema Mini-Drohnen tatsächlich „auf dem Radar“.

Der Plan im Hause Amazon ist wohl schon so weit fortgeschritten, dass das Unternehmen die Auslieferung durch unbemannte Fluggeräte bereits testet. Das enthüllte der Amazon-Chef Jeff Bezos am Sonntagabend in einem Interview des Fernsehsenders CBS. „Ich weiß, das sieht nach Science-Fiction aus“, sagte er. „Das ist es aber nicht.“

Die achtmotorigen Amazon-Drohnen könnten Pakete mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm befördern - und zwar innerhalb von 30 Minuten. Einen Großteil der Pakete könnte der Konzern damit künftig selbst ausliefern - denn nur rund 14 Prozent aller Amazon-Bestellungen seien schwerer, sagte Bezos. Außerdem sei es umweltfreundlicher, die Waren anstelle von Lastwagen mit Helikopter-Drohnen ausliefern zu lassen.

Werden Postboten durch Mini-Drohnen ersetzt?

Die kleinen Fluggeräte würden in den Logistikzentren abheben und die bestellte Ware direkt beim Amazon-Kunden vor der Tür ablegen. Allerdings müssten sie zunächst noch eine Genehmigung erhalten, schränkte der Amazon-Gründer ein. Mit einem Einsatz der Drohnen sei daher erst in vier oder fünf Jahren zu rechnen. Einen Namen für den Service hat er aber schon: „Prime Air“, angelehnt an Amazons Express-Lieferoption „Prime“.

Das Team der Interview-Sendung „60 Minutes“ mit dem bekannten TV-Journalisten Charlie Rose konnte Prototypen der Drohnen bei Amazon filmen. Der Konzern demonstriert den Plan in einem Video, in dem eines der Fluggeräte eine Bestellung direkt vom Band eines Logistikzentrums abholt und damit vor einem Haus landet.

Amazon-Chef Bezos sagte, eine der Motivationen zur Einführung des Systems sei es, die führende Position des Konzerns im Einzelhandel abzusichern. „Unternehmen haben kurze Lebensspannen. Amazon wird eines Tages auseinanderbrechen“, sagte Bezos. „Ich wünsche mir, dass dies nach meinem Tod geschieht.“

Der Mobile-Geeks-Chef Sascha Pallenberg beschreibt Amazon „Prime Air“ indes als die Marketing-”Luftnummer” des Jahres, irgendwo angesiedelt zwischen Aprilscherz und genialem Schachzug. In seinem Blogeintrag schildert er einige „profane“ Herausforderungen, die den Lieferdienst im Grunde sinnlos machen würden. So kritisiert Pallenberg die geringe Reichweite von knapp 16 Kilometern. Das bedeute nicht mehr und nicht weniger, „als das der Kunde maximal acht Kilometer vom Lager entfernt wohnen darf, was gerade in Ballungszentren dieses Konzept zu einem Ding der Unmöglichkeit macht. Oder wird Amazon demnächst an jeder größeren Kreuzung ein entsprechendes Warenhaus installieren?“.

Er schildert auch die Herausforderungen in Bezug auf Flugaufsichtsbehörden und M2M-Kommunikation – „Wenn 2000 Drohnen über San Francisco Pakete ausliefern, dann sollten diese sich auch ein wenig untereinander abstimmen können“. Und nicht zuletzt müsse man damit rechnen, dass „diese Flugmaschinen im Dutzend mit irgendwelchen Luftgewehren vom Himmel geholt oder in alter Vogelfängermanier mit Netzen eingefangen werden.“

Essen mit Flügeln: Der Döner- und Pizza-Copter
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27 Kommentare zu "„Prime Air“ mit Mini-Drohnen: Achtung, da kommt ein Amazon-Paket geflogen!"

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  • ja ist denn schon wieder april

    nee
    es ist ein billiger PR gäg um die HR probleme(streik etc.)noch vor weihnachten in den griff zu bekommen.

    das millitär schaffte es nicht Drohnen für die landesverteidigung herzustellen

    aber amazon will pakete wie sprengsätze absetzen

    schönes ding

  • Hört sich an wie ein Aprilscherz!
    Schlimm ist eigentlich nur, dass es wieder einmal eine idiotische Idee aus den USA ist, welche "die Deutschen" sicher wieder ganz toll finden.
    Ich frage mich nur, ob ein sicherheitsfanatisches Volk wie die USA diesem Schwachsinn zustimmen.
    In Deutschland könnten die Dinger sicher nicht weit fliegen wegen der vielen Windräder ...

  • Ich frage mich, wie die Auslieferung in den 4. Stock eines Gebäudes erfolgen soll. Es hat ja nicht jeder ein Haus, bei dem er mal kurz vor die Tür treten kann. Oder sollen die Empfänger auf die Straße runter und dort auf die Anlieferung warten? Nicht sehr bequem. Und wie sieht es mit dem Diebstahlschutz der abgelieferten Ware aus? Wie kommt die Transportkiste wieder zurük oder muss diese mitgekauft werden?

    Davon abgesehen ist die Vorstellung, dass auf die Zerspargelung der Landschft durch Windräder nun Mückenschwärme an Auslieferungs-Drohnen folgen, die den Himmel verdunkeln einfach, nur grauenhaft.

  • Hallo,

    das einige immer so negativ denken müssen. Warum soll es so etwas nicht irgendwann geben?!
    Hier einige Kritikpunkte die Unsinn sind.
    Gesetze erlauben das nicht --> Gesetze kann man ändern
    Ich schiesse die Drohnen ab und packe aus --> In Wohngebieten darf man nicht rumfeuern. Würde man das als Jäger machen, ist der WAffenschein weg und man vermutlich im Knast
    Hat nur 16 Kilometer Reichweite --> Das erste Flugzeug flog < 500 Meter ; Das erste Auto musste alle paar Kilometer mit Kühlwasser aufgefüllt werden usw.
    Die Technik entwickelt sich weiter
    Im Jahre 2030 schafft die Drohne 100 Kilometer. Mehr als ausreichend.
    Vögel werden gestört --> Drohne kann irgendwann so intelligent sein wie die Maschinen in Terminator 3 und alles in der Umgebung erkennen und umgehen. Nicht heute, aber wer weiss was in 20 Jahren ist.

    Usw.

    Ich finde die Entwicklung gut. Für Paketboten die nach und nach ersetzt werden ist das natürlich eher schlecht. Daher bleibt nur sich ewig fortzubilden so dass wir irgendwann nur noch Uni Studenten haben. Den Rest braucht man nicht mehr, weil es Maschinen machen. Also
    kassieren, Taxi fahren, reinigen, Pakete/Briefe ausliefern, Rasen mähen, Fenster putzen.

    Ihr könnt ja mal meinen Post ausdrucken und im Jahre 2030 euch nochmal anschauen.

    VG
    Marvel

  • tomtomtoy, Sie kosten auch. Und zwar nicht nur Nerven die Sie mir rauben aufgrund Ihrer vorsichtig ausdrückt unsozialen Denkweise in einer Gesellschaft. Denken Sie einmal über sich selbst nach, auch Sie produzieren Kosten. Gedenkt Jemand Sie abzuschaffen?

  • "Der Krieg ist der Vater aller Dinge." Allerdings sind die dichtbevölkerte Teil der ...,BRD, ..... USA,.. nicht zu vergleichen mit ..Afganistan,......., Pakistan,...,Yemen.....

  • Der kluge Mann dagegen nutzt die Errungenschaften der Technik und freut sich, was Erfinder und technisch offene Menschen sich haben einfallen lassen.

    Ich liebe diese Ingenieure, denn sie waren es, die unseren Wohlstand erst ernöglicht haben.

  • dumm nur, wenn die Pizza-Drohne die meinen Nachbarn zur Linken beliefert mit der Paket-Drohne für meinen Nachbarn zur Rechten zusammenstößt...oder kümmert sich darum dann die Deutsche Flugsicherung?

  • Da werden sich die Kunden der Versicherer über erhöhte Beiträge freuen dürfen - Stichwort "Gefahren durch unbemannte Flugkörper".

  • Anstelle den gerechtfertigten Streik und die schlechten Arbeitsbedingungen im Fokus der Medien zu halten lenkt man mit teuer bezalter Werbe-Strategie von schlechten Arbeitsbedingungen und fragwürdigen Steuersparmodellen ab...

    http://goo.gl/DJ520w

    Krankheitstage erzeugen Strafpunkte in der Personalakte. Alles ohne Sozialabgaben und ohne Steuern.

    Am besten hat man aus Unternehmersicht global ähnlich hochwertigte Arbeitsplätze und Gewerkschaften wie in Bangladesch.

    Dann kann man sich sogar Rente- Pflege, Krankenversicherungskosten sparen, wenn man es 'richtig' macht...

    Lustig, daß heute das HB darüber berichtet, daß die Bangladeschis nix dazu gelernt hätten.

    Wenn wir an den Anfang der Industrialisierung zurückdenke, war es hier identisch.

    Anstelle aus unserer Vergangenheit zu lernen und denen unsere hochwertigen DEUTSCHEN (!!!) Arbeitsbedingungen anzubieten, lass wir uns von diesen Beutelschneidern über den Tisch ziehen...

    Wir brauchen ein Netzwerk der Kammerberufe!

    Dann kann man auch Steuern einholen, Katasteramte vernetzen, über ethische Standards sinnieren, und den ganzen anderen Kram machen, der uns in Deutschland so weit gebracht hat...

    Bei der EASA in Köln sind sogar auf der Homepage Hinweise zum "Rulemaking"...

    Wir brauchen ein Netzwerk der Kammerberufe!

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