Privatbrauerei
Veltins lässt die Fassbrause sprudeln

Während der Bierdurst der Deutschen nachlässt, wächst die Lust auf Schorlen – Tendenz steigend. Auch Veltins setzt daher verstärkt auf Mischgetränke. Fassbrause mausert sich zum neuen Verkaufsschlager.
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DüsseldorfMischgetränke und Limonaden werden für Brauereien angesichts des schwindenden Bierdurstes der Deutschen immer bedeutender. Vor allem Fassbrause - eine Mischung aus alkoholfreiem Bier und Limonade - macht ihnen derzeit Freude. Nach Krombacher meldete am Dienstag nun auch die Privatbrauerei Veltins den einstigen Berliner Biergarten-Klassiker erfolgreich im Markt eingeführt zu haben. Kein Getränk wachse in Deutschland derzeit so stark wie Fassbrause, sagte Veltins-Marketing-Chef Volker Kuhl in Düsseldorf.

Veltins habe im vergangenen Jahr aus dem Stand mit dem gezuckerten Mischgetränk einen Ausstoß von 60.500 Hektolitern geschafft. Die Tendenz sei steigend, zeigte sich der Generalbevollmächtigte Michael Huber überzeugt.

Wenig optimistisch schätzte der Manager dagegen den Biermarkt ein. „Wir glauben, dass auch 2013 der Markt nicht wachsen wird.“ Huber betonte, die deutschen Brauereien müssten sich wegen des schärferen Wettbewerbs in Getränkekonzerne wandeln. Nur so könnten sie überleben.

Neben der wachsenden Konkurrenz und dem Preiskampf ächzen die Brauereien auch unter den steigenden Kosten etwa für Malz oder Energie. Veltins habe daher die Preise „moderat“ um 2,9 bis drei Prozent angehoben, sagte Huber. Er verteidigte den Schritt damit, nur durch die Preiserhöhung auch in Zukunft in neuen Technologien investieren zu können. Die Investitionen der vergangenen sechs Jahre, etwa in ein neues Sudhaus, bezifferte Huber mit mehr als 100 Millionen Euro.

2012 profitierte Veltins von Olympia und Fußball-Europameisterschaft und erzielte ein Ausstoßplus von 3,6 Prozent auf 2,79 Millionen Hektoliter und damit einen Rekord in der fast 200-jährigen Firmengeschichte. Wachstumsbringer seien die Fassbrause aber auch die Traditionssorte Pils gewesen. Der Umsatz kletterte um 3,2 Prozent auf 289 Millionen Euro. Die Gruppe insgesamt mit ihren 1680 Mitarbeitern und inklusive Beteiligungen in Getränkefachgroßhandel, Facheinzelhandel sowie Logistik erreichte 720 Millionen Euro.

Der gesamte deutsche Biermarkt schrumpfte dagegen erneut im vergangenen Jahr. Nach Berechnungen des Deutschen Brauerbundes sank der Bierausstoß bis November um 930.000 Hektoliter auf 94,4 Millionen Hektoliter. Huber schätzte, dass auch 2013 der Ausstoß um etwa eine Million Hektoliter sinken werde. 2005 lag er noch bei knapp 108 Millionen Hektoliter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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