Private Betreiber
Viele Krankenhäuser wechseln den Besitzer

Die Konsolidierung im deutschen Krankenhausmarkt gewinnt an Fahrt. Vor allem große private Betreiber haben Zukäufe im Visier. Wachstum durch Akquisitionen ist Teil ihrer Unternehmensstrategie.
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FrankfurtViele Monate war es ruhig im deutschen Klinikmarkt - jetzt wird wieder rege zugekauft. Gerade haben die Münchener Sana-Kliniken den Zuschlag für drei Krankenhäuser im bayrischen Landkreis Cham bekommen, noch in diesem Monat soll das Klinikum Wismar den Besitzer wechseln. Im Februar dann wird in Wiesbaden die Entscheidung über die Teilprivatisierung der Horst-Schmidt-Kliniken fallen. Alle großen privaten Klinikkonzerne Helios, Rhön-Klinikum, Asklepios und Sana haben dafür geboten.

Die Konsolidierung im deutschen Klinikmarkt ist in vollem Gange. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres hat sich insbesondere der zum Dax-Konzern Fresenius gehörende Klinikbetreiber Helios mit Zukäufen hervorgetan. Mit dem Erwerb der privaten Klinikkette Damp und der Mehrheitsbeteiligung am Katholischen Klinikum Duisburg (KKD) konnte der Berliner Konzern (Umsatz 2010: 2,5 Milliarden Euro) zwei große Objekte gewinnen.

Damp erzielte 2010 einen Umsatz von 487 Millionen Euro sowie einen Betriebsgewinn von 21 Millionen Euro. KKD erzielte 2010 rund 134 Millionen Euro Umsatz, ist aber defizitär. Das Klinikum ist dennoch attraktiv, weil es als Maximalversorger viele schwer erkrankte Patienten behandelt, was höhere Einnahmen verspricht.

Sana-Finanzchef Thomas Lemke erwartet, dass sich die stärkere Dynamik bei Akquisitionen bis Ende nächsten Jahres fortsetzen wird. Das hat viele Gründe: Zum einen gilt der Klinikmarkt in Deutschland mit zuletzt 2064 Häusern grundsätzlich als übersetzt, obwohl rund 350 Kliniken in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits geschlossen oder fusioniert wurden.

Den Krankenhausexperten des Rheinisch-westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge sind etwa zwölf Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland insolvenzgefährdet, bei den kommunalen Einrichtungen gilt das sogar für jedes 5. Haus. Dabei gab es in den Jahren 2009 und 2010 sogar eine gewisse Entspannung im mehr als 70 Milliarden Euro schweren deutschen Krankenhausmarkt. Denn zusätzliche Gelder aus dem Krankenhausförderungsgesetz haben die Not bei manchem Anbieter etwas gelindert.

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Jedes achte Krankenhaus gilt als insolvenzgefährdet

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  • Gesundheit wird zur Ware. In Dresden versuchen die Linkspartei und Gewerkschaften gerade die Privatisierung ihrer Krankenhäuser mit einem Bürgerentscheid zu verhindern. Da kann man nur viel Erfolg wünschen...

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