Private Equity
Das Spiel mit dem Risiko

Auf der Party herrscht Hochstimmung. Selten waren die Private-Equity-Manager besser gelaunt als zurzeit. Das Geld ist flüssig, die Branche boomt. Doch das Geschäft mit dem außerbörslichen Beteiligungskapital birgt gleichzeitig enorme Risiken.

FRANKFURT. Wer sich die größten Transaktionen mit Private-Equity-Beteiligung in den vergangenen Jahren anschaut, stellt schnell eines fest: Je „frischer“ die Deals sind, desto größer sind sie. Diese Entwicklung wird sich wahrscheinlich fortsetzen. Die Fonds sammeln immer mehr Geld ein. Damit rücken auch zunehmend größerere Unternehmen in den Fokus der Investoren.

Ob mit der wachsenden Transaktionsgröße auch das Risiko steigt, kann noch nicht abschließend beurteilt werden, denn viele große Übernahmen wurden erst vor relativ kurzer Zeit gemeldet. Erste warnende Stimmen gibt es aber bereits. Die Experten der Beratungsgesellschaft Alix Partners prognostizieren für die nächsten zwei Jahre europaweit Ausfälle bei Finanzierungen mit Private-Equity-Beteiligung von bis zu 30 Mrd. Euro, davon etwa ein Viertel in Deutschland.

Allerdings ist eines klar: Die Finanzinvestoren kalkulieren seit jeher mit dem Risiko eines Ausfalls. Und das durchaus zu Recht, wie eine kleine Zwischenbilanz zeigt. Denn diese fällt sehr gemischt aus. Die wohl traurigste Geschichte ist zugleich einer der älteren Deals: die Übernahme des Kabelnetzes in Nordrhein-Westfalen durch die Callahan-Gruppe. Knapp 2,5 Mrd. Euro zahlte sie damals für 55 Prozent am Kabelbetreiber. Mit dabei unter anderem die Finanzinvestoren Blackstone und Investcorp.

Die Übernahme wurde viel beachtet, war sie doch der erste Teilverkauf aus dem Kabel-Portfolio der Deutschen Telekom. Weitere sollten folgen. Doch die Hoffnungen wurden schnell enttäuscht. Nur zwei Jahre später meldete die Dachgesellschaft Callahan NRW Insolvenz an. Die Investoren mussten erkennen, dass der hohe Kaufpreis – bedingt durch die Interneteuphorie – nicht gerechtfertigt war.

Hinzu kamen kartellrechtliche Probleme. Die Wettbewerbshüter hatten verlangt, dass die neuen Besitzer des monopolistischen Kabelnetzes zügig Breitband-Internet-zugänge aufbauen sollten. Doch angesichts der wachsenden Verbreitung der DSL-Technologie wurde schnell klar, dass die damit verbundenen hohen Investitionen sich nicht rechnen würden. Das ganze Geschäftsmodell kippte.

Mit eher „internen“ Problemen kämpft derzeit das Chemieunter-nehmen Cognis. Permira und Goldman Sachs, die zwei Eigner der Firma, haben zwar durch so genannte „Rekapitalisierungen“ ihr Investment wieder eingespielt. Durch diese Sonderdividende musste das Unternehmen aber zusätzliche Schulden aufnehmen und leidet nun unter der hohen Last an Verbindlichkeiten. Ein Schicksal, das auch andere Unternehmen teilen. Bei Cognis folgte die Rache auf dem Fuß. Trotz intensiver Bemühungen mussten die Verkaufsgespräche vor wenigen Wochen erfolglos abgebrochen werden. Es fand sich einfach kein Käufer für das Unternehmen, jedenfalls nicht zu dem Preis, den die Besitzer gerne haben wollten.

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