Private-Equity
Investoren ringen um Kapital

Für den US-Finanzinvestor Cerberus wird der Einstieg beim Autokonzern Chrysler teurer als zunächst geplant. Nach Informationen aus New Yorker Finanzkreisen müssen die von Cerberus beauftragten Investmentbanken die Zinsen für geplante Kredite in zweistelliger Milliardenhöhe deutlich anheben, um genügend Abnehmer zu finden. Das ist kein Einzelfall. Das Geschäft für die lange Zeit verwöhnte Private-Equity-Branche wird schwieriger.

pk/mm/tor/mwb FRANKFURT. In den vergangenen Wochen seien nahezu alle Übernahmefinanzierungen „komplett neu verhandelt worden“, sagte ein hochrangiger Frankfurter Investmentbanker dem Handelsblatt. Die Unsicherheit auf den Kreditmärkten war durch die Krise am US-Hypothekenmarkt ausgelöst worden und greift jetzt auch auf die Private-Equity-Branche über.

Im internationalen Geschäft waren in den vergangenen Wochen mehrfach Probleme mit Fremdfinanzierungen aufgetaucht. Teilweise mussten die Konditionen nachgebessert werden, in anderen Fällen reichten die Schutzklauseln gegen Forderungsausfälle nicht mehr aus. Betroffen waren die Finanzierungen für die Übernahme der Unternehmen US Foodservice, Magnum Coal, Service Master und Movie Gallery. Der große Test wird im Herbst erwartet. Dann müssen nach Branchenschätzungen 90 Mrd. Dollar Hochzinsanleihen und 200 Mrd. Dollar an Krediten verhandelt werden.

Auf dem deutschen Markt ist das Geschäft für die lange Zeit verwöhnte Private-Equity-Branche ebenfalls schwieriger geworden. Auch hier haben Geldgeber versucht, bessere Konditionen am Markt durchzusetzen. Jüngstes Beispiel ist nach Angaben eines Beteiligungsmanagers eine neue Finanzierung für den Fachverlag Springer Science and Business. Generell hätten die meisten Private-Equity-Häuser auf die Entwicklung reagiert und die höheren Preise akzeptiert. „Der Markt hat seine Grenzen getestet, jetzt pendeln sich die Konditionen wieder auf einem Niveau ein, das die Risiken angemessener widerspiegelt“, sagte dazu ein Investmentbanker.

Daimler reagierte gelassen auf die höheren Kreditkosten für Cerberus. „Wir gehen davon aus, dass der Verkauf wie angekündigt im dritten Quartal über die Bühne geht“, sagte ein Sprecher. Er verwies auf die Begründung von Vorstandschef Dieter Zetsche, warum letztlich Cerberus den Zuschlag für Chrysler bekommen habe. Es gebe Garantien von Banken, die bei der Finanzierung einspringen müssen, wenn Cerberus Probleme bekommt. „Ohne eine zweite Absicherung hätte Daimler diesen diffizilen Deal nie gewagt“, sagt ein Branchenkenner.

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