Private-Equity-Transaktionen
Mega-Deals sind mega-out

Im zusammengebrochenen Markt für Private-Equity-Transaktionen zeichnet sich keine Erholung ab. Mit dem Scheitern des 8,9 Mrd. Dollar schweren Kaufs des US-Kasinobetreibers Penn National Gaming ist vergangene Woche erneut ein Mega-Deal geplatzt. Eine baldige Erholung des Segments halten Branchenkenner für unwahrscheinlich.

FRANKFURT. "Das wird Zeit benötigen", sagt Hamish Mair, Manager beim britischen Private-Equity-Dachfonds F&C. Milliarden-Deals dürften sowohl 2008 als auch im kommenden Jahr die Ausnahme bleiben. Grund ist die Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Großkrediten. Ihnen ist es anders als vor der Krise kaum noch möglich, Finanzierungen per Syndizierung an andere Institute oder über Verbriefungen an institutionelle Investoren weiterzureichen. Norbert Reis, Ko-Chef von Carlyle für den deutschsprachigen Raum, sieht bestenfalls erste Anzeichen einer Aufhellung. Transaktionen von bis zu 1,5 Mrd. Euro seien zwar wieder machbar, sagt der frühere Credit-Suisse-Banker. Für größere Transaktionen müsse sich der Syndizierungsmarkt aber erst weiter erholen.

Wie hartnäckig die Krise gerade den großen Deals zu schaffen macht, zeigen die Vorgänge bei Penn. Die Finanzinvestoren Fortress und Centerbridge Partners hatten kurz vor Ausbruch der Kapitalmarktturbulenzen vor einem Jahr angekündigt, den Kasinobetreiber für 67 Dollar je Aktie übernehmen zu wollen. Ende vergangener Woche wurde der Deal abgesagt. Denn die deutliche Abkühlung der US-Konjunktur hat die Aussichten des Unternehmens deutlich verschlechtert. Deutsche Bank und Wachovia waren nicht mehr bereit, die Transaktion zu den vereinbarten Konditionen zu finanzieren. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zahlten sie sogar 550 Mill. Dollar Vertragsstrafe, um sich von ihren Kreditzusagen zu befreien.

Penn ist bei weitem nicht der einzige Deal, der wegen der Subprime-Krise und ihren Folgen geplatzt ist. So wurden unter anderem die geplanten Übernahmen des US-Unterhaltungselektronikanbieters Harman sowie des Studentenfinanzierers Sallie Mae abgeblasen. "Diese Art von Transaktionen haben sich seit Jahresanfang deutlich verringert", sagte Mirko Mikelic, Analyst bei Fifth Third Asset Management. "Derzeit ist es für praktisch jedes Private-Equity-Haus schwierig, eine Finanzierung für irgendetwas zu erhalten." Auch die Rettung der 33 Mrd. Euro schwere Übernahme des kanadischen Telekomanbieters BCE kam nur nach langem Hängen und Würgen zustande. Allerdings soll das Geschäft in der Hoffnung auf bessere Marktbedingungen erst im Dezember abgeschlossen werden.

Die seit Monaten andauernden Schwierigkeiten bei Mega-Deals hinterlassen auch im Verhalten der Private-Equity-Investoren ihre Spuren. Zwar konnten neue Fonds von April bis Juni 162 Mrd. Dollar einsammeln und damit nach Zahlen von Private Equity Intelligence (Preqin) das zweitstärkste Quartal aller Zeiten verbuchen. Für das gesamte erste Halbjahr geht der in London ansässige Informationsdienst sogar davon aus, dass der Vorjahreswert von 321 Mrd. Dollar übertroffen wird. Der Bereich Buyout - also die auf die Übernahme von Unternehmen spezialisierten Fonds - verbuchten aber mit 136 Mrd. Dollar von Januar bis Juni gut 20 Prozent weniger Kapitalzufluss. "Es ist offensichtlich, dass die Investoren nicht scharf darauf sind, sich hier in gleichem Maße wie früher zu engagieren", kommentierte Prequin. Kräftige Zuwächse zeigten sich hingegen bei Fonds für notleidende Kredite, Mezzanine-Engagements sowie Rohstoffe. Bei letzteren verdreifachte sich das Volumen des eingesammelten Kapitals annähernd.

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