Private-Equity
US-Krise beutelt Finanzinvestoren

Die goldenen Zeiten in der Private-Equity haben ein jähes Ende gefunden. Dies ist jedoch nicht nur auf die jüngsten Probleme am US-Finanzmarkt zurückzuführen: Das exklusiv für das Handelsblatt erstellte „German Private Equity Barometer“ zeigt, dass die Stimmung schon zuvor gekippt ist. Die Subprime-Krise verleiht der Situation jedoch neue Schärfe.

FRANKFURT. Die lange Zeit überaus positive Stimmung in der Private-Equity-Branche ist gekippt. Die stockende Kreditfinanzierung für Firmenübernahmen, anziehende Zinsen und der wachsende Wettbewerb mit industriellen Käufern verderben den Finanzinvestoren zunehmend das Geschäft. Bereits vor der jüngsten Zuspitzung der US-Immobilienkrise ist das „German Private Equity Barometer“, das die KfW-Bankengruppe und der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) exklusiv für das Handelsblatt erstellen, im zweiten Quartal auf 59,7 Punkte eingebrochen. Im Vorquartal hatte der Geschäftsklima-Index noch bei 66,6 Punkten gelegen. „Die Subprime-Krise wirkt im dritten Quartal noch mal dämpfend auf die Stimmung“, sagt BVK-Geschäftsführerin Dörte Höppner.

Der Indikator bewegt sich damit etwa 20 Punkte unter seinem Höchststand Ende 2006. Die aktuelle Lageeinschätzung ist wieder auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2005. Damals lag das Volumen der Übernahmen durch Finanzinvestoren in Europa bei 47 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 71 Mrd. Euro.

Derzeit gehe im Markt für Beteiligungen kaum noch etwas, alle würden abwarten, sagen Marktteilnehmer. „Es sind zwar noch einige Deals in Vorbereitung. Es würde mich allerdings überraschen, wenn bis Weihnachten noch viel passieren würde“, sagt Joachim Spill, Experte für Private Equity bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Zuletzt hatte die erfolgsverwöhnte Branche einen Rekord nach dem anderen gefeiert. Fonds von Blackstone, Goldman Sachs und Kohlberg, Kravis, Roberts (KKR) sammelten von ihren institutionellen Geldgebern hohe zweistellige Milliardenbeträge ein und stemmten mithilfe billiger Kredite gigantische Übernahmen. So planten sie beispielsweise den Kauf des US-Energiekonzerns TXU für 45 Mrd. Dollar.

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