Privatisierung ausnutzen: Fresenius wittert Chancen in Europa

Privatisierung ausnutzen
Fresenius wittert Chancen in Europa

Der Bad Homburger Fresenius-Konzern setzt auf medizinische Dienstleitungen für Europa. „Die Privatisierung des Gesundheitswesens ist ein Megatrend, an dem wir teilhaben möchten“, sagte Vorstandschef Ulf Schneider am Mittwoch.

BAD HOMBURG. Das Unternehmen ist durch die Übernahme der Helios-Gruppe zu einem der größten Klinikbetreiber Deutschlands aufgestiegen und versorgt über die US-lastige Sparte Fresenius Medical Care (FMC) zunehmend auch in Europa Patienten, die unter chronischem Nierenversagen leiden.

Wie Fresenius am Mittwoch bekannt gab, stieg der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen für den Gesundheitsmarkt im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 7,9 Mrd. Euro. Auf das europäische Geschäft entfielen den Angaben zufolge 38 Prozent des Konzernumsatzes, Nordamerika steuerte 48 Prozent bei. Noch vor wenigen Jahren war weniger als ein Drittel des Geschäfts auf Europa entfallen.

Besonders FMC profitiert Schneider zufolge in Europa von der steigenden Nachfrage. Die Konzernsparte ist auf das Geschäft mit Blutwäsche (Dialyse) für Patienten mit lebensbedrohlichem Nierenversagen spezialisiert. Sie stellt nicht nur die High-tech-Geräte her, mit denen sich die Nierenfunktion ersetzen lässt, sondern betreibt auch die Dialyse-Kliniken, in denen sich die Patienten mehrmals pro Woche an die künstliche Niere anschließen lassen.

„Länder wie Tschechien und Polen machen bei der Versorgung dieser Patienten nicht den Umweg über ein staatliches Versorgungssystem“, sagte Fresenius-Chef Schneider dem Handelsblatt. Im vergangenen Jahr habe der Dienstleistungsumsatz in Europa um 16 Prozent und in Osteuropa sogar um 32 Prozent zugelegt.

In den USA sind Zuwächse dieser Größenordnung dagegen nicht mehr möglich. Der US-Markt, der von FMC und seinem schwedischen Rivalen Gambro dominiert wird, wächst nach Analystenschätzungen um etwa vier Prozent im Jahr. Für einen Umsatzschub auf dem US-Markt wird in diesem Jahr jedoch die Übernahme der Renal Care Group (RNC) sorgen, den Fresenius spätestens bis zum 31. März abschließen will. Ursprünglich war ein früherer Termin geplant, doch es fehlte die Zustimmung der amerikanischen Wettbewerbsbehörde.

Auch für FMC-Chef Ben Lipps spielt die Musik in diesem Jahr vor allem in Europa, wo FMC derzeit nur die Nummer drei sei. FMC kalkuliere in diesem Jahr etwa 100 Mill. Dollar für Akquisitionen ein. „Gut zwei Drittel davon werden wir in Europa ausgeben“, sagte Lipps.

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