Privatisierung
Gewerkschaft gefährdet Bahn-Börsenpläne

Die Gewerkschaft Transnet stellt sich gegen die Börsenpläne der Deutschen Bahn. Die Arbeitnehmervertretung sprach sich in einem Beschluss „grundsätzlich gegen eine Kapitalprivatisierung“ des bundeseigenen Konzerns aus. Bahnchef Hartmut Mehdorn hat nun ein Problem.

HB BERLIN. Die Eisenbahnergewerkschaft Transnet hat sich überraschend vom Börsengang der Deutschen Bahn distanziert. Gewerkschaftssprecher Oliver Kaufhold bestätigte am Dienstag, ein entsprechender Beschluss sei im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Absprache mit Transnet gefallen.

Für die Fortsetzung einer positiven Unternehmensentwicklung sei eine Kapitalprivatisierung nicht erforderlich, wenn die Bundesregierung sich zu ihrer Verantwortung als Eigentümer bekenne, hieß es in der Erklärung des DGB. Die DB AG solle als integriertes Unternehmen erhalten bleiben und nicht zerschlagen werden.

Transnet-Sprecher Kaufhold wollte sich nicht dazu äußern, wie die Einzelgewerkschaft im Bundesvorstand gestimmt habe. Man trage aber den Beschluss mit, betonte er. Der „Tagesspiegel“ zitierte DGB-Chef Michael Sommer mit den Worten, Transnet-Chef Norbert Hansen habe gegen den Beschluss gestimmt. Sommer sagte der Zeitung: „Es geht um die Daseinsvorsorge für die Bevölkerung und damit für unsere Mitglieder.“ Der Beschluss sei jetzt gefallen, da die Planungen für den Bahn-Börsengang schon weit vorangeschritten seien.

Bahnchef Hartmut Mehdorn nannte den DGB-Beschluss nicht nachvollziehbar und enttäuschend. „Mit Argumenten der Vergangenheit kann man die Zukunft nicht gewinnen.“ Nur mit einem Zugang zum Kapitalmarkt würden Arbeitsplätze dauerhaft gesichert und geschaffen. Unions-Vize-Fraktionschef Hans-Peter Friedrich kritisierte den Beschluss ebenfalls: „Mit den Groschen der Steuerzahler könne die Expansionspläne- und Chancen nicht finanziert werden.“

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