Pro Bahn und Grüne kritisieren Pläne heftig
Bahn-Plan: Mit billigerer Bahn-Card weniger Rabatt

Der Bahn-Card-Rabatt soll laut übereinstimmenden Presseberichten künftig auf 25 Prozent halbiert werden. Dafür soll nach offiziell nicht bestätigten Angaben der Preis für die Karte von 270 auf etwa 150 Mark (76,7 Euro) sinken. Diese Elemente des neuen Preissystems der Bahn haben am Mittwoch für Proteste bei Fahrgastverbänden und den Grünen im Bundestag gesorgt. Benachteiligt davon wären Bahnpendler, für die sich eine Monatskarte nicht lohnt. Der Grünen-Abgeordnete Albert Schmidt, Mitglied im Bahn-Aufsichtsrat, verlangte: "Bahnfahren muss billiger werden."

ap BERLIN. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte am Mittwoch die Bundesländer auf, `die massiven Verschlechterungen zu stoppen". Die Länder als Besteller der Nahverkehrsleistungen der Bahn müssen diese Tarife genehmigen. Pro Bahn erklärte in München, nach den bisher bekannt gewordenen Informationen seien für den Nahverkehr, in dem über 90 Prozent der Bahnreisenden unterwegs seien, keinerlei Vorausbucherrabatte geplant. Das bedeute für viele Fahrgäste "eine Preissteigerung von knapp 50 Prozent", erklärte der stellvertretende Sprecher von Pro Bahn, Andreas Barth.

Schmidt begrüßte in Berlin zwar grundsätzlich, dass der bisherige Tarifdschungel "deutlich vereinfacht" werde, wandte sich aber ebenfalls entschieden gegen die "angeblich geplante Reduzierung des Bahn-Card-Rabatts" von 50 auf 25 Prozent. Sie sei für Nutzer des Nah- und Regionalverkehrs nicht hinnehmbar. Dort sollte der 50-prozentige Rabatt weiter gelten, etwa für "Teilzeitbeschäftigte, für die sich eine Monatskarte nicht lohnt".

Auf Fernverbindungen können die Bahnkunden nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mit neuen Sonderangeboten im Vergleich zu den heutigen Preisen bis zu 60 Prozent sparen. Nach der Einführung will die Bahn diesem Bericht zufolge übergangsweise noch ein Jahr zusätzlich die Bahn-Card zu alten Konditionen mit 50 Prozent Rabatt anbieten.

Die Bahn AG wollte am Mittwoch keine Stellungnahme zu Fragen des Preissystems abgeben und verwies auf die Vorstellung am Donnerstag kommender Woche. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte zuletzt am Montag betont, insgesamt werde Bahnfahren mit dem neuen Preissystem nicht teurer. Es soll im Herbst 2002 in Kraft treten. Mehdorn hatte erklärt, wesentliches Merkmal sei eine Preisdifferenzierung nach verkehrsarmen Stunden und Stoßzeiten. "Es wird nur noch wenige überschaubare Tarife geben. Wer in Stoßzeiten fahren will, zahlt den Vollpreis, wer zu anderen Zeiten fährt, kann deutlich billiger buchen", hatte Mehdorn erklärt.

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