Probleme auf Frankfurter Flughafen
Lufthansa propehezeit gute Geschäfte mit der Fracht

Die Deutsche Lufthansa als weltweit zweitgrößter Frachtflieger der Welt rechnet für die kommenden Jahren mit einem durchgängig starken Wachstum. Besonders in der Boomregion Asien sieht das Unternehmen Chancen. Probleme bereitet der Heimathafen Frankfurt.

HB FRANKFURT. Der Markt für Luftfracht werde in den nächsten fünf Jahren im Schnitt um 6 Prozent jährlich zulegen – in Europa etwas schwächer, in Asien dagegen deutlich stärker, sagte der Marketingvorstand der Konzerntochter Lufthansa Cargo, Andreas Otto, am Dienstagabend in Frankfurt. An dieser Entwicklung werde Lufthansa teilhaben, nach Möglichkeit auch wie in diesem Jahr stärker als der Markt wachsen.

„Uns geht es aber nicht um Marktanteile, sondern um profitables Wachstum“, fügte er hinzu. Lufthansa ist weltweit zweitgrößter Frachtflieger nach Air France-KLM. Zum laufenden Geschäft äußerte sich Otto nicht. Für Allianzen und Zukäufe sei Lufthansa auch im Frachtbereich offen. Es gebe aber nichts Konkretes. Wichtig sei, dass der Mutterkonzern die Fracht wieder stärker als Kerngeschäft sehe. Vor zwei Jahren galt die Zukunft von Cargo bei Lufthansa als unsicher.

Ein Unsicherheitsfaktor für die Cargo-Strategie der nächsten Jahre ist laut Otto das am Flughafen Frankfurt mit der zusätzlichen Landebahn ab 2011 geplante Nachtflugverbot. „Wir brauchen aber eine flexible Regelung“, sagte Otto. Lufthansa Cargo hat bereits mit einer Klage gedroht.

Aufgrund des weiterhin gefallenen Ölpreises hat die Lufthansa Otto zufolge im November den Treibstoffzuschlag für Fracht zum zweiten Mal in zwei Monaten um 5 Cent je Kilogramm gesenkt. Seit dem 23. November verlange Lufthansa Cargo 0,50 Euro je Kilogramm. Im September war der Zuschlag bereits auf 0,55 Euro reduziert worden. Otto kündigte an, dass Lufthansa Cargo aus rechtlichen Überlegungen die Veränderungen der Zuschläge künftig nicht mehr im Internet oder in anderen Medien veröffentlichen werde. Grund seien weltweite Ermittlungen wegen des Verdachts von Preisabsprachen im Frachtgeschäft. Lufthansa richtet bei Fracht die Kerosinzuschläge seit Jahren nach einem selbst entwickelten Ölpreisindex aus, an dem sich auch andere Unternehmen in der Vergangenheit orientiert hatten.

Mit neuen Technologien will Lufthansa Cargo die Sicherheitsmaßnahmen auf zentralen Flughäfen ausbauen. Der Flughafen Frankfurt als Europas größter Umschlagplatz für Luftfracht sowie der Flughafen München werden ab Januar mit neuen Geräten zur Untersuchung von Frachtgut ausgestattet. Die Lufthansa-Cargo-Station im südafrikanischen Johannesburg werde sicherheitstechnisch ebenfalls verstärkt. Otto verteidigte die Sicherheitszuschläge für Frachtgut, die derzeit in Europa bei 0,17 Euro pro Kilogramm lägen. „Ohne einen solchen Zuschlag kommen die Fracht-Carrier nicht mehr aus. Wir werden daran festhalten“, sagte Otto.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%