Probleme bei A380 Triebwerksdesaster ruiniert den guten Ruf von Qantas

Sie war der Inbegriff für sicheres Fliegen, nun laufen ihr die Kunden davon. Nach mehreren Fast-Katastrophen kämpft die australische Fluggesellschaft Qantas gegen einen dramatischen Absturz ihres Rufes. Nun hat sie auch rechtliche Schritte gegen Rolls Royce vorbereitet.
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Das zerstörte Triebwerk am Airbus A380: "Ermüdungsrisse und Öllecks". Quelle: dpa

Das zerstörte Triebwerk am Airbus A380: "Ermüdungsrisse und Öllecks".

(Foto: dpa)

SYDNEY. Nach den Fast-Katastrophen mehrerer seiner Maschinen in den vergangenen Wochen genoss der Chef der australischen Fluglinie Qantas Airways vor ein paar Tagen eine seltene Verschnaufpause. Das Wirtschaftsblatt BRW hatte sein Unternehmen zur Nummer acht der angesehensten Firmen Australiens erkürt. Doch Joyces Erleichterung dauerte keine zwei Minuten. Nicht nur war Qantas das achte unter nur gerade zehn nominierten Unternehmen, die Airline war gegenüber dem letzten Jahr um einen Platz nach hinten gefallen.

Noch dramatischer sieht die Situation aus, wenn das fliegende Publikum befragt wird. Die Nationalikone hat Kratzer. Noch nie in der Geschichte der in diesem Jahr 90 gewordenen Flugline stand es so schlecht um das Ansehen von Qantas. Leserbriefseiten der Tageszeitungen sind voll von Aussagen wie „Nie wieder Qantas“ und „nur eine Frage der Zeit, bis eine Maschine runterkommt“.

Die Beinahe-Katastrophe am 4. November, bei der ein Triebwerk einer A380-Maschine kurz nach dem Start in Singapur in Flammen aufging und Trümmerteile über Indonesien ein Loch in die Tragfläche gerissen hatten, war erst der Anfang. Seither ist keine Woche vergangen, in der nicht eine Qantas-Maschine einen neuen Zwischenfall meldete. Bilder von verstörten Passagieren, die am Flughafen Sydney erleichtert ihren weinenden Angehörigen in die Arme fallen, flackern bald täglich über die Fernsehschirme.

Nun erwägt die australische Fluggesellschaft Qantas rechtliche Schritte gegen den Triebwerkshersteller Rolls Royce. Qantas hat heute einen entsprechenden Antrag bei Gericht in Australien eingereicht, um sich die Möglichkeiten für eine Klage zu sichern. Qantas werde vor Gericht ziehen, wenn eine Einigung mit Rolls Royce scheitere. Die Unternehmen haben demnach Gespräche über die Auswirkungen der Triebwerksprobleme des Großraumfliegers auf die Finanzen und den Betrieb der Fluggesellschaft aufgenommen.

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5 Kommentare zu "Probleme bei A380: Triebwerksdesaster ruiniert den guten Ruf von Qantas"

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  • Naja, ein fader beigeschmack bleibt - Qantas hat seit einigen Jahren diverse Probleme in der Wartung, das ist bekannt.

    RR-Triebwerksexplosion bei der A380, vorher schon RR-Probleme an einer 747, dann einige Tage vorher instrumentenfehler bei einem 747-Flug von SYD nach EZE und und und (um nur mal die schwerwiegensten zu nennen):

    2008: diverse Triebwerksschäden
    07-2008: Sauerstofftank bricht und reißt Leck in 747-Rumpf
    07-2008: Probleme bei Lande- und Fahrwerksklappen an 737
    07-2009: Leck in 747-Kerosintank

    Die Probleme in der Wartungskette sind lange bekannt und halten bis heute an, da kann sich Qantas nicht rausreden und die alleinige Schuld auf RR schieben:
    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,575569,00.html

    Klar haben auch andere Airlines Probleme, aber bei Qantas ist die Fehlerhäufigkeit eben höher. Lecke Leitungen im Flugzeug, defekte Sitze, Probleme mit den Gepäckluken (alles selbst erlebt) - ich muß Qantas nicht mehr haben, es gibt diverse andere gute Airlines die die gleichen Strecken bedienen.

    Und daß Qantas auch finanziell nicht in der besten Situation seit der Finanzkrise (und den ersten Anzeichen vorher ab 2006) sein dürfte, zeigen die diversen Üernahmeversuche durch Macquarie oder TPG.

  • Schwacher Titel!
    Triebwerksdesaster ruiniert nicht den guten Ruf von Qantas.

  • Mir drängt sich der Eindruck auf, dass bestimmte Kreise ein interesse daran haben, den Ruf von Qantas zu schädigen. ich sehe es ähnlich wie meine Vor-Kommentatoren: Qantas reagiert bei auftretenden Problemen sofort und konsequent; das ist im interesse der Fluggäste. ich möchte lieber gar nicht wissen, wie viele Airlines bei ähnlichen Problemen einfach weiterfliegen und erst am Zielflughafen nachschauen, woher das Problem rührt.

    ich war schon mehrfach "down under", auch mit Qantas. Qantas wird auch in Zukunft bei der Auswahl meiner Füge eine meiner favorisierten Fluggesellschaften sein.

  • Quantas hat ihre betroffenen Flugzeuge am boden gelassen und dafür gesorgt, daß die Probleme mit den Triebwerken öffentlich wurden. Das war in höchstem Maße für die Sicherheit der Kunden gehandelt. Außerdem hat es großen Druck zur Abhilfe des Triebwerksfehlers generiert. Die Presse sollte das öffentlich würdigen!

  • Die Überschrift meine Damen und Herren hätten Sie sich sparen können. Quantas ist doch nicht der Schwarze Peter von der Motorenschmiede Rolls Royce.
    Dank großer beruflicher Qualifikation des Quantas-Piloten ist das Flugzeug ohne menschlichen Schaden wieder gelandet. Der gute Ruf von Rolls Royce ist ruiniert und nicht der von Quantas. Außerdem finde ich das überzogene Geschreibsel von diesem Vorfall sensationslüstern und hat mit seriöser berichterstattung nichts gemeinsam. Dazu gehören unzählige Gazetten in aller Welt aber leider auch das Handelsblatt.

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