Probleme in Amerika
Post übertrifft Erwartungen

Die Deutsche Post hat im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Einsparungen und gute Geschäfte im Schlussquartal einen deutlich höheren Gewinn als von Experten erwartet erwirtschaftet. Und auch für 2005 sieht sich der Konzern auf Wachstumskurs. Analysten spekulieren schon auf eine Anhebung der Gewinnprognose. In Amerika hat die Post allerdings Probleme, dort steht ein weiterer Millionen-Verlust an.

HB DÜSSELDORF. Die Post habe 2004 ein operatives Ergebnis (Ebita) von 3,35 (Vorjahr: 2,975) Mrd. € eingefahren, teilte der Bonner Konzern mit. Der Umsatz wuchs um rund acht Prozent auf 43,17 Mrd. €. Unter dem Strich verbuchte die Post ebenso ein deutliches Plus: Der Konzerngewinn kletterte um 21,3 % auf 1,59 Mrd. €. „Dabei haben alle Unternehmensbereiche ihre Ergebnisziele erreicht und die vergleichbaren Vorjahresergebnisse übertroffen“, hieß es. Die erfolgreiche Tochter Postbank hatte bereits am Vortag eine Steigerung ihres Gewinns um gut ein Viertel bekannt gegeben.

2005 will der Konzern den operativen Gewinn weiter steigern. Er solle „mindestens 3,6 Mrd. €“ erreichen, bekräftigte die Post. Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz vermutet bereits, dass die Post ihr traditionell „konservatives“ Gewinnziel wie schon im vergangenen Sommer anheben könnte. Zur Bilanz 2004 sagte der Branchenexperte: „Die Zahlen liegen deutlich über den Erwartungen.“

Allein im vierten Quartal hatte der Konzern ein Ebita von 1,093 Mrd. € und einen Nettogewinn von rund 700 Mill. € erzielt. Von Reuters befragte Analysten hatten für das gesamte Jahr 2004 im Schnitt ein operatives Ergebnis von 3,253 Mrd. € prognostiziert und einen Gewinn von 1,365 Mrd. €. Positiv wirkt sich das Sparprogramm Star aus. Seit seinem Beginn im Jahr 2002 habe die Post damit mehr als den angesetzten Mindestbetrag von 800 Mill. € eingespart, teilte der Konzern mit. Der Vorstand bestätigte seinen Dividendenvorschlag, wonach die Aktionäre für 2004 je Aktie 0,50 (Vorjahr: 0,44) Euro erhalten sollen. Am 22. März will der Konzern detailliert über seinen Jahresabschluss berichten.

Im laufenden Jahr will die Post nun auch die Anlaufprobleme in Nordamerika in den Griff bekommen, wo der Konzern den Konkurrenten UPS und FedEx auf deren Heimatmarkt die Stirn bietet. Der Verlust in der Region solle sich auf „maximal 300 Mill. €“ verringern nach bis zu 500 Mill. € noch im vergangenen Jahr, bekräftigte die Post ihre Zielvorgabe. Ende 2006 will der Konzern dann die Gewinnzone in der Region erreichen. Zumwinkel hat der ehemals defizitären Post einen konsequenten Kurs der Internationalisierung verordnet, um sie zum Weltkonzern zu formen. Übernahmen prüft die Post unter anderem auch in Belgien, Dänemark und Österreich. Mit ihrem Auslandsengagement will die Post, die vor zehn Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war, ihre Abhängigkeit vom deutschen Briefmonopol beenden.

Post-Chef Zumwinkel mahnte die Politik, nicht von den Zeitplänen zur Beendigung des Briefmonopols abzuweichen. „Die Einhaltung des Zeitplans für Deregulierung und Wettbewerb ist Voraussetzung zur Sicherung tausender von Arbeitsplätzen“, mahnte Zumwinkel. Nach dem Postgesetz hat die Deutsche Post bis Ende 2005 das alleinige Recht, Briefe und Kataloge bis 100 Gramm zu transportieren. Ab 2006 ist das Monopol noch für Briefe und Kataloge bis 50 Gramm festgeschrieben. Ende 2007 läuft das Postmonopol dann aus. Auf eine Lockerung des Briefmonopols der Post dringen die EU-Kommission und das Bundeskartellamt. Die Länder Hessen und Niedersachsen hatten sich erfolglos im Bundesrat für ein Ende des Monopols bereits 2005 stark gemacht.

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