Probleme in Frankreich
Tui schmilzt der Gewinn weg

Europas größter Reisekonzern Tui hat im vergangenen Jahr weniger verdient als im Jahr 2004 und als erwartet. 2006 soll es noch schlechter werden.

HB HANNOVER. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (Ebta) sank um 8,7 Prozent auf 485,7 Mill. Euro, teilte Tui am Mittwoch in Hannover mit. Damit verfehlte Tui die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt ein deutlich höheres Ebta von 521 Mill. Euro erwartet hatten. Der Konzernumsatz stieg dagegen um 8,7 Prozent auf 19,6 Mrd. Euro.

Als Hauptgründe für den Gewinneinbruch nannte Tui ein unerwartet schlechtes Frankreich-Geschäft, wo der Gewinn um 50 Mill. Euro eingebrochen sei. Außerdem musste der Konzern wegen des Kaufs der kanadischen Reederei CP Ships deutlich höhere Zinsen zahlen. Als dritten Krisen-Punkt nannte der Konzern einen Gewinnrückgang im Stahlhandel, der 2004 ein ungewöhnlich gutes Jahr hatte.

Für das laufende Jahr peilt Tui einen höheren Konzernumsatz von 22 Mrd. Euro an, nicht zuletzt wegen des Zukaufs von CP Ships. Das Konzernergebnis werde 2006 voraussichtlich niedriger ausfallen als im Vorjahr, hieß es im Geschäftsbericht. Als Grund nannte Tui den Wegfall von verkauften Bereichen und einen höheren Zinsaufwand durch eine längere Fristigkeit der Finanzschulden.

Noch Anfang März hatte Tui zur Tourismusmesse ITB in Berlin ein positives Bild vom laufenden Jahr gezeichnet. Im laufenden Wintergeschäft verzeichnet TUI nach damaligen Zahlen europaweit einen Zuwachs bei den gebuchten Umsätzen von 2,4 Prozent sowie ein Plus von 6 Prozent bei den Urlauberzahlen. Für die Sommersaison 2006 lagen die gebuchten Umsätze sowie die Zahl der Teilnehmer 2 Prozent über den Vergleichswerten des Vorjahres, wie es hieß.

Im Kerngeschäft Touristik erzielte Tui im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn von 360 nach 353 Mill. Euro im Vorjahr. Der Umsatz belief sich in der Sparte auf 14,1 Mrd. Euro nach 13,3 Mrd. Euro in 2004. Mit dem Plus von 5,8 Prozent sei die Sparte stärker als der weltweite Reisemarkt gewachsen, teilte der Konzern mit.

Das zweite Standbein des Konzerns, die Schifffahrt mit der Tochter Hapag-Lloyd, hätte an die gute Entwicklung des Vorjahres anknüpfen können, sagte Konzernchef Michael Frenzel. Die Frachtraten sind allerdings unter Druck.

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