Probleme in Russland Metro senkt Jahresziele – Aktie bricht ein

Der Handelskonzern Metro schraubt wegen Schwierigkeiten im Russland-Geschäft seine Prognose herunter. Das lässt die Aktie abstürzen.
Update: 23.04.2018 - 14:32 Uhr Kommentieren
Die Aktie sackte am Freitag ab. Quelle: Reuters
Metro-Zentrale

Die Aktie sackte am Freitag ab.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, DüsseldorfGesenkte Jahresziele beim Lebensmittelhändler Metro haben die Aktie auf Talfahrt geschickt. Sie büßte am MDax-Ende am späten Freitagnachmittag 7,74 Prozent ein. Damit fiel sie auf den tiefsten Stand seit der Aufspaltung des Konzerns in Metro und Ceconomy im Juli 2017.

Am Montag ging der Kurseinbruch weiter: Die Papiere verloren fast 9 Prozent.

Der operative Gewinn dürfte währungsbereinigt im Geschäftsjahr 2017/2018 nur noch leicht steigen, hatte das Unternehmen am Freitag mitgeteilt. Zuletzt hatte die Metro ein Plus von etwa zehn Prozent vorausgesagt. Der Umsatz dürfte um mindestens 0,5 Prozent zulegen und damit halb so stark wie zuletzt angenommen. Grund sei, dass sich die Geschäfte in Russland schwächer als erwartet entwickelten, hieß es weiter.

Darüber hinaus spitzt sich der Tarifstreit um die Metro-Tochter Real zu. Die Gewerkschaft Verdi warf Metro am Freitag „falsches Spiel zulasten der Belegschaft“ vor, weil der Aufsichtsrat das operative Geschäft von Real gegen den Widerstand der Arbeitnehmer in die Metro Services GmbH überführt habe. Dort lägen Löhne und Gehälter mehr als 24 Prozent unterhalb des Flächentarifvertrages für den Einzelhandel.

„Entweder soll die Braut Real zum Verkauf aufgehübscht werden, wobei die Beschäftigten das Brautkleid zahlen sollen, oder die Metro will mittelfristig Lohndumping für einen Großteil der Beschäftigten durchsetzen“, kritisierte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Metro betonte, der Beschluss des Real-Aufsichtsrats werde erst mit Eintragung ins Handelsregister gültig. Alle Arbeitsverhältnisse gingen dann auf die Metro Services über – „das heißt alle Bestandsmitarbeiter behalten ihren bestehenden Arbeitsvertrag“.

Mit der Abspaltung ergebe sich die Möglichkeit, „modernere und flexiblere Tarifverträge anzuwenden und zu verhandeln“, sagte der Metro-Sprecher. Verdi habe sich Verhandlungen über eine „neue wettbewerbsfähige Entgeltstruktur für neue Mitarbeiter bei Real verweigert“.

Metro dringt bei Real auf „wettbewerbsfähige Personalkosten“, um die Sanierung der Kette voranzutreiben. Die Lohnkosten bei tarifgebundenen Einzelhändlern liegen über denen, die nicht im Flächentarif sind. Metro-Chef Olaf Koch hatte erklärt, die Lohnkosten bei Real überstiegen die von Konkurrenten zum Teil um bis zu 30 Prozent.

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