Procter & Gamble US-Hedgefonds attackiert Pampers-Hersteller P&G

Noch nie hat sich ein aktiver Investor ein größeres Unternehmen als Angriffsziel ausgesucht: Nelson Peltz will sich einen Sitz im Board von Procter & Gamble sichern. Die Gründe dafür sind eine Kampfansage.
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Der Hersteller von Pampers-Windeln und Gillette-Rasierern schwächelt – und wird zum Ziel von aktiven Investoren. Quelle: AP
Hauptquartier in Cincinnati

Der Hersteller von Pampers-Windeln und Gillette-Rasierern schwächelt – und wird zum Ziel von aktiven Investoren.

(Foto: AP)

Hamburg, DüsseldorfFür seinen jüngsten Angriff hat sich Nelson Peltz ein besonderes Schwergewicht ausgesucht: Der aktivistische Hedgefonds-Manager, der bereits den Kraft-Konzern in die Spaltung getrieben hat, attackiert den Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Wie am Montag bekannt wurde, will Peltz bei der nächsten Hauptversammlung für einen Sitz im Board des Weltkonzerns kandidieren, der Marken wie Pampers, Gillette oder Ariel im Portfolio hat.

Zwar will ihm das P&G-Management diesen nicht zugestehen – doch Peltz ist zu einem feindlichen Angriff bereit, einem sogenannten „Proxy Fight“. Dazu muss er weitere Anteilseigner dafür gewinnen, dass sie seinen Vertreter ins Board wählen. Laut Wall Street Journal, das als erstes über die Pläne von Peltz berichtete, ist P&G das größte Unternehmen, das jemals Ziel eines solchen Investorenangriffs wurde.

Peltz hält über seinen Hedgefonds Trian P&G-Aktien im Wert von rund 3,3 Milliarden Dollar. Das am Montag von Trian veröffentlichte Schreiben ist eine Kampfansage an P&G. „Trian glaubt, dass die Herausforderungen bei P&G größtenteils seiner Organisationsstruktur und Kultur entspringen, die Wandel entgegenstehen“, heißt es darin. Trian wolle durch den Einsatz eines unabhängigen Direktors „die Probleme bei der Wurzel packen“.

Der Manager des US-Hedgefonds Trian legt sich mit P&G an –  der größten Firma, die je Ziel eines Angriffs von aktiven Investoren wurde. Quelle: AP
Nelson Peltz

Der Manager des US-Hedgefonds Trian legt sich mit P&G an – der größten Firma, die je Ziel eines Angriffs von aktiven Investoren wurde.

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Es gehe aber nicht darum, den Konzern – wie einst Kraft – aufzuspalten, exzessiv zu verschulden oder den Vorstandschef David Taylor zu feuern. Stattdessen müsse P&G endlich wieder um Marktanteile kämpfen und die Verwaltung verschlanken.

Der Hedgefonds, der 10 Milliarden Dollar verwaltet sagte, man führe bereits seit Monaten Gespräche mit dem P&G-Management. Dennoch blieb Peltz ein Sitz im Board bislang verwehrt. Seit mehreren Jahren versucht das P&G-Management, die Marge zu steigern. Unter anderem hat der Konzern etliche Marken verkauft – darunter die hessische Traditionsmarke Wella, die an den Konkurrenten Coty ging. Zwar nähert sich die Marge des Markenartiklers P&G mittlerweile den 20 Prozent. Doch Analysten sehen noch Luft nach oben.

Wofür die Europäer am meisten ausgeben
Platz 10: Hosen (Damen)
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Mode geht immer: Im Jahr 2016 liegt der Umsatz mit Hosen und Jeans aus dem Bereich Damenbekleidung in Europa bei insgesamt 30,7 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Herren kommen nur auf einen Umsatz von 26,6 Milliarden Euro.

Quelle: statista.com. Die Rangfolge beruht auf den Daten des Statista Consumer Market Outlook und zeigt die Anteile der wichtigsten Produktkategorien am gesamteuropäischen Inlandsangebot von Fast Moving Consumer Goods und Bekleidung.

Platz 9: T-Shirts und Unterhemden
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Laut der Studie lassen sich die Männer und Frauen aus Europa T-Shirts und Unterhemden jährlich um die 32,4 Milliarden Euro kosten. Der Wachstum in diesem Markt fällt allerdings zurück.

Platz 8: Brot
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Deutsches Brot ist weltweit beliebt, seit 2011 befindet es sich auf dem Weg, zum Weltkulturerbe der Unesco zu werden. Europaweit wird in 2016 Brot in einem Gesamtwert von 34,6 Milliarden Euro gekauft.

Platz 7: Tafelwein
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Laut Statista wurden im vergangenen Jahr allein in Italien rund 20,5 Millionen Hektoliter Wein getrunken. In Europa wird in diesem Jahr Wein im Gesamtwert von 38,9 Milliarden Euro gekauft. Außerdem auf Platz sieben: Lederschuhe.

Platz 6: Käse
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Käse oder Wurst? Die Europäer mögen lieber das Milcherzeugnis. 39,2 Milliarden Euro geben sie dafür im Jahr 2016 aus, für Wurst nur 31 Milliarden.

Platz 5: Aufschnitt, Braten und Fleischwaren
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Dafür schlagen sie beim Fleisch zu: 46,7 Milliarden Euro beträgt der Umsatz in diesem Bereich (ohne Wurstwaren, Schinken und Speck).

Platz 4: salzige und süße Kuchen und Gebäcke
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Nach herzhaft kommt süß – oder in diesem Fall davor, denn Kuchen und Gebäck schaffen es auf Platz 4. 48,8 Milliarden Euro geben die Europäer für die Leckereien aus.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, das aktive Investoren P&G als Ziel auserkoren haben. Bereits 2012 stieg der von Bill Ackman geführte Fonds Pershing Square Capital Management mit 1,8 Milliarden bei P&G ein und erwirkte die Ablösung von Bob McDonald als CEO.

„Die Anstöße von aktivistischen Investoren erweisen sich oft als durchaus richtig“, sagt Mirko Warschun, Konsumgüter-Experte bei der Beratung AT Kearney. So könne der Druck von außen helfen, Tabus zu brechen. Wichtig sei dabei, dass hinter der Attacke ein klarer Plan stehe, der über einen kurzen Zeitraum Wert schaffen kann.

  • cuk
  • Bloomberg
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