Procter&Gamble verkauft
Henkel reicht Gebot für Wella ein

Es gibt offenbar mehr Bieter, aber alles deutet auf Henkel hin: Der Konzern will wohl den Shampoo-Produzenten Wella übernehmen. Henkel ist ohnehin in Kauflaune.
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FrankfurtDer Konsumgüterkonzern Henkel greift Insidern zufolge nach dem Shampoo-Hersteller Wella und steht damit vor dem größten Zukauf seiner rund 140-jährigen Firmengeschichte. Henkel habe eine verbindliche Offerte für die zum US-Unternehmen Procter & Gamble (P&G) gehörende Haarpflegesparte Wella vorgelegt, die fünf bis sieben Milliarden Dollar wert sein könne, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch der Finanzinvestor KKR habe ein Gebot eingereicht. Henkel sei aber der wahrscheinlichere Käufer.

Durch die Übernahme würde der Düsseldorfer Konzern seine bisher kleinste Sparte Körperpflege - zu der Marken wie Schwarzkopf, Syoss und Fa gehören – erheblich stärken. Die Hälfte seines Umsatzes erzielt Henkel bisher mit Klebstoffen, knapp 30 Prozent mit Waschmitteln.

Ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns lehnte am Dienstag einen Kommentar ab. Henkel hatte immer wieder deutlich gemacht, dass der Konzern auf der Pirsch nach Übernahmezielen ist. Bis zu 4,5 Milliarden Euro könne der Hersteller von Pritt und Persil dafür aufbringen, sagte Finanzchef Carsten Knobel erst im März. Konzernchef Kasper Rorsted sprach dann bei der Hauptversammlung im April von einer „großen Finanzkraft“ für Zukäufe.

Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah betonte, dass sich Henkel bei den Konsumgütern noch besser aufstellen wolle. Der Konzern hatte 2014 mit seiner Körperpflege-Sparte einen Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro eingefahren, der operative Gewinn des Geschäftsbereichs lag bei 421 Millionen Euro.

Nach Wella hatte Henkel schon einmal seine Fühler ausgestreckt. Vor über zehn Jahren wollten die Düsseldorfer den Darmstädter Konkurrenten schlucken, doch schnappte ihnen der US-Gigant Procter & Gamble damals das Unternehmen für mehr als sechs Milliarden Euro vor der Nase weg. Jetzt könnte Henkel doch noch zum Zuge kommen.

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