Produktsicherheit
Rewe prüft Artikel seines Eigenmarkensortiments

Jetzt geht Rewe in die Offensive. Der Handelskonzern lässt zahlreiche Produkte seines Eigenmarkensortiments vom Tüv Rheinland prüfen. Die Sicherheitschecks sollen den Umsatz steigern. Warum der Konzern die Aktion als Beitrag zur Nachhaltigkeit sieht.

DÜSSELDORF. 29-mal schlugen die Brüsseler Verbraucherschützer allein in der letzten Maiwoche Alarm: Unsichere Klappräder in Ungarn, verletzungsgefährliche Kinderwagen in der Slowakei und strangulierende Winterjacken in Finnland musste die Europäische Kommission auf ihre Warnliste "Rapex" setzen. "Die Anzahl gefährlicher Konsumartikel steigt erheblich", erklärten jüngst die Brüsseler Verbraucherschützer. Allein 2008 mussten sie 1 866-mal eingreifen und vor gefährdungsträchtigen Produkten warnen. Im Jahr zuvor waren es noch 16 Prozent weniger gewesen.

Horrormeldungen von berstenden Wasserboilern in Senseo-Kaffeemaschinen und toxischen Barbie-Puppen aus dem Hause Mattel haben jetzt den Rewe-Konzern auf den Plan gerufen. Seit diesem Monat wollen sich die Kölner beim Verkauf von Mikrowellengeräten, Toastern und anderen Nonfood-Artikeln durch strengen Verbraucherschutz profilieren - und nach eigenen Worten dabei selbst Markenartikler in den Schatten stellen. Der Handelsriese lässt Teile seines Eigenmarken-Sortiments vom Tüv Rheinland kontrollieren. Das Verfahren sei bislang "einzigartig", versichert Ulrich Fietz, Vorstand der Kölner Prüforganisation. Die Tests seien viel umfangreicher, detaillierter und tiefergehend, als es etwa beim "GS"-Siegel gesetzlich erforderlich ist.

Starten will Deutschlands zweitgrößter Einzelhändler zunächst mit 75 Artikeln. Nicht nur in den Regalen der Rewe-Supermärkte sollen die Produkte mit dem Tüv-Siegel dabei zu finden sein, auch Läden der Discounttochter Penny und die konzerneigene Elektrofachmarktschiene Promarkt will man mit den penibel geprüften Produkten beliefern. Selbst Aktionsware, die selten länger als drei Wochen in den Läden liegt, will Rewe dem Tüv Rheinland vor dem Verkauf vorzulegen.

"Wir sehen das als einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit", sagt Rewes Einkaufsvorstand Manfred Esser. "Gegenüber 2007", gibt er das Ziel vor, "wollen wir bis Ende 2009 unser Nonfood-Geschäft um neun Prozent steigern."

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