Prognose
DB-Logistik-Sparte will Gewinn verdoppeln

Die Logistik-Sparte der Deutschen Bahn soll ganz ohne Zukäufe wachsen. Das Wachstumsziel: 30 Prozent in den kommenden vier Jahren. Vor allem Lateinamerika und der Nahen Osten sollen dazu beitragen.
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FrankfurtDie Logistik-Sparte der Deutschen Bahn soll in den nächsten vier Jahren ohne große Zukäufe um rund 30 Prozent wachsen. Bei einem jährlichen Umsatzzuwachs um sieben Prozent solle DB Schenker Logistics den Gewinn bis 2015 in etwa verdoppeln, sagte Sparten-Chef Thomas Lieb am Donnerstag in Frankfurt. Die Güterbahn DB Schenker Rail ist in den Prognosen nicht enthalten. Die Notwendigkeit, sich zu verstärken, sieht Lieb vor allem in der Kontraktlogistik, in der DB Schenker erst die Nummer fünf oder sechs weltweit sei. Nachholbedarf sieht er in Lateinamerika, im Nahen Osten und in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion.

Die Bahn hatte das Logistikgeschäft 2006 mit der Übernahme des US-Konzerns BAX Global ausgebaut. „So etwas Großes wie BAX wird es nicht sein, wir gehen eher von selektiven Käufen aus“, sagte Lieb. In China etwa, wo noch in diesem Jahr 15 weitere Niederlassungen eröffnet werden, könne DB Schenker aus eigener Kraft wachsen. Das Inlands-Frachtnetz in den USA mit 17 Frachtflugzeugen und knapp tausend Mitarbeitern, das laut Lieb einen kleineren zweistelligen Millionen-Verlust erwirtschaftet hatte, stellt Schenker dagegen ein.

In diesem Jahr stottert der Motor in der Luftfracht. Das Luftfrachtvolumen sei bei DB Schenker bis Juni um 0,6 Prozent zurückgegangen, während der Weltmarkt um 1,7 Prozent anzog. Die Markt-Prognosen hatten bei vier bis fünf Prozent gelegen. „Es ist nicht alles rosarot am Horizont“, sagte Lieb. Schenker sei stark in Asien vertreten, wo das Erdbeben in Japan und die bewusste Konjunkturbremse in China den Frachtverkehr lähmten. Von dort kommen 42 Prozent der von DB Schenker transportierten Güter. An einen Rückfall in die Rezession glaubt Lieb nicht: „Wir kommen eher in die Phase eines abgeschwächten Wachstums.“ Bis 2015 will DB Schenker das Luftfracht-Volumen auf 1,7 Millionen Tonnen schrauben. 2010 waren es 1,2 Millionen.

Von steigenden Energiekosten sieht Lieb den Lufttransport nicht belastet. „Güter, die so zeitkritisch sind, dass sie mit dem Flugzeug befördert werden müssen, werden das auch bei 10 oder 20 Prozent höheren Energiekosten“, sagte er. Als Alternative zur Seefracht teste Schenker Güterzüge, die von China nach Europa schneller seien - zumal die Produktion zunehmend in den Westen des Riesenreichs wandere.

Der Umsatz der Logistik-Sparte (ohne Schenker Rail) stieg im ersten Halbjahr um elf Prozent auf 7,45 Milliarden Euro, bis zum Jahresende sollen es mehr als 15 Milliarden werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern schnellte bis Juni um mehr als die Hälfte auf 170 Millionen Euro. Zum Ende des Jahres werde Schenker damit aber erst dort landen, wo man 2008 vor der Krise schon gewesen sei, räumte Lieb ein. Schenker sieht sich im Landfrachtverkehr in Europa als Nummer eins, in der Luftfracht weltweit als Nummer zwei und in der Seefracht als Nummer drei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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