Prognose gekappt Air France-KLM tut es der Lufthansa gleich

Nach Lufthansa senkt nun auch Europas zweitgrößte Airline ihr Gewinnziel: Air France-KLM rechnet mit deutlich weniger Einnahmen für 2014. Mit der verringerten Prognose würde sie den Gewinn aber immer noch steigern.
Update: 08.07.2014 - 11:25 Uhr Kommentieren
Europas zweitgrößte Fluggesellschaft Airfrance-KLM senkt ihr Gewinnziel – das belastet die Kurse vieler Fluggesellschaften. Quelle: AFP

Europas zweitgrößte Fluggesellschaft Airfrance-KLM senkt ihr Gewinnziel – das belastet die Kurse vieler Fluggesellschaften.

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ParisEuropas zweitgrößte Fluggesellschaft Air France-KLM hat wegen Überkapazitäten auf Langstrecken und schwächelnder Geschäfte im Frachtbereich ihr Gewinnziel gesenkt. Für 2014 erwartet der Lufthansa-Rivale nun ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 2,2 bis 2,3 Milliarden Euro, wie das französisch-niederländische Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die bisherige Prognose lag bei 2,5 Milliarden Euro. Überkapazitäten bei Flügen nach Nordamerika und Asien drückten die Gewinnmarge. Mit der verringerten Prognose würde Air France-KLM aber immer noch den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent steigern.

Im vergangenen Monat hatte bereits Lufthansa seine Gewinnziele für dieses und nächstes Jahr gekappt. Europas größte Fluggesellschaft peilt für 2014 nun einen operativen Gewinn von einer Milliarde Euro an – bis zu ein Drittel weniger als bislang. Für 2015 liegt die neue Marke bei zwei Milliarden Euro. Als Grund nannte Lufthansa vor allem einen Preiskampf in Europa und auf lukrativen Langstrecken nach Amerika.

Die Zahl der Passagiere stieg bei Air France-KLM im Juni zwar um 3,9 Prozent zum Vorjahr auf 7,2 Millionen. Aber auch die Buchungen für Juli und August zeigten Überkapazitäten auf Langstrecken-Verbindungen, vor allem in Richtung Nordamerika und Asien, hieß es. Dazu komme eine weiterhin schwache Nachfrage im Frachtgeschäft. Die Aktien von Air France-KLM sackten am Dienstag zeitweilig um mehr als vier Prozent ab. Im Schlepptau fiel auch der Kurs der Lufthansa um mehr als 2 Prozent, während der Deutsche Aktienindex (Dax) nur leicht schwächelte.

Air France-KLM leidet unter den gleichen Belastungen wie die Lufthansa, die mit einer Gewinnwarnung vor einem Monat die gesamte Branche aufschreckte. Kernproblem: Auf den Strecken von Europa über den Atlantik, die wegen der hohen Nachfrage von Geschäftsreisenden besonders profitabel sind, drängeln sich immer mehr Flugzeuge. Folge sind Überkapazitäten und fallende Preise. Zudem drängen aggressiv wachsende Rivalen vom Persischen Golf wie Emirates auf die Routen.

Hinzu kommt die schwierige Situation in Venezuela. Das südamerikanische Land blockiert seit längerem Zahlungen von 290 Millionen Dollar an die Franzosen – der Lufthansa und zahlreichen anderen Fluglinien geht es ähnlich. Die linke Regierung streitet seit längerem mit den Fluggesellschaften über den Umtauschkurs der Landeswährung Bolivar.

  • rtr
  • dpa
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