Prognose gesenkt
Carrefour spürt Konsumzurückhaltung

Europas Schuldenkrise hinterlässt tiefe Spuren beim größten Handelskonzern des Kontinents Carrefour. Der französische Riese hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose gesenkt.
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ParisCarrefour hat die Gewinnprognose am Donnerstag abermals nach unten korrigiert und rechnet jetzt mit einem Einbruch um bis zu 20 Prozent. Nach dem ersten Halbjahr war die Prognose erstmal revidiert worden. Damals hatte die weltweite Nummer zwei noch mit einem Rückgang von 15 Prozent gerechnet.

Die Reaktion der Anleger folgte prompt. Carrefour-Aktien gaben um fast fünf Prozent nach. Das zog auch das Papier des deutschen Rivalen Metro mit nach unten.

Die abermalige Senkung begründete der Chef des Handelsriesen, Lars Olofsson, mit dem „immer unsichereren Umfeld“. Der bereinigte Umsatz im dritten Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch etwas schwächer als von Analysten erwartet um 0,8 Prozent. Ohne den Verkauf von Kraftstoff wäre er sogar um 0,6 Prozent gesunken. Der heimische Konkurrent Casino Guichard-Perrachon hingegen hatte gestern ein Umsatzplus von 21 Prozent im dritten Quartal gemeldet.

Carrefour bekommt die Kaufzurückhaltung besonders in den Ländern deutlich zu spüren, die am stärksten von der Schuldenkrise betroffen sind. Die bereinigten Umsätze ohne Benzin verringerten sich in Spanien von Juli bis September um 3,3 Prozent, in Italien um 4,3 Prozent und in Griechenland sogar um 8,5 Prozent.

Sorgen macht dem Handelsriesen aber vor allem sein Heimatmarkt, der fast die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Dort musste Carrefour im dritten Quartal ein Minus von 2,3 Prozent hinnehmen. Jaime Vazquez, Analyst bei Banco Santander, sagte dazu: „Der Umsatz in Frankreich war schlechter als erwartet.“ Die dort angestoßene Neuausrichtung und die schwächeren Werbeaktivitäten machen sich laut ihm bemerkbar. „Das ist unmöglich ohne Schmerzen machbar.“

Zulegen konnte Carrefour hingegen auf den Wachstumsmärkten in Asien und Lateinamerika.

Tino Andresen
Tino Andresen
Handelsblatt.com / Reporter

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  • Gott sei Dank! Hört endlich auf mit diesem Konsum-Wahnsinn!

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