Prognose
Konsumgütern droht im Herbst eine Flaute

Die großen europäischen Konsumgüterhersteller schöpfen nach den rasanten Einbrüchen zu Beginn des Krisenjahres 2009 neue Hoffnung. Das zeigen auch die heutigen Zahlen von der weltweiten Nummer drei Unilever. Allerdings macht sich kaum jemand in der Branche Illusionen: Das zweite Quartal dürfte nur ein Zwischenhoch sein. .

DÜSSELDORF. Ende des Jahres droht den europäischen Konsumgüterriesen ein neuer Einbruch. Vor allem der deutsche Markt dürfte schwierig werden. Wegen der erwartet hohen Arbeitslosigkeit ab Herbst könnte sich auch das Konsumklima eintrüben. 2009 sei ein Rezessionsjahr, sagte Henkel-Konzernchef Kasper Rorsted gestern. Eine Prognose für die kommenden Monate wagte er ebenso wenig wie seine Konkurrenten. Doch rüsten sich die Unternehmen schon für einen konjunkturellen Einschlag - sie starten Rabattschlachten und versuchen, mit Innovationen die Konkurrenten zu schwächen.

Das machen sie von einem vergleichsweise stabilen Fundament aus. Im zweiten Quartal jedenfalls liefen die Geschäfte noch gut. Das zeigten die gestern vorgelegten Quartalszahlen von Henkel. Das Waschmittelgeschäft um die Marke Persil - Keimzelle des Düsseldorfer Unternehmens - etwa wuchs im zweiten Quartal 2009 so stark wie seit Jahren nicht mehr. Zuvor hatte auch Konkurrent Beiersdorf erklärt, dass das konsumnahe Geschäft mit der Hauptmarke Nivea im zweiten Quartal gut gelaufen sei.

Lediglich im Luxussegment schlägt die Krise schon voll durch. Bei Beiersdorf habe die Luxus-Serie "La Prairie" im Quartal Umsatz verloren, sagte Konzernchef Thomas-Bernd Quaas. Genaue Zahlen für die Marke nannte er nicht. Auch bei L?Oreal knickte der Umsatz von Haarpflegemitteln für Friseursalons und Luxusprodukten ein - in den beiden Segmenten verloren die Franzosen fünf bzw. 13 Prozent Umsatz.

Das Szenario könnte sich ab Herbst auf den Gesamtmarkt ausweiten. Darauf deuten die Entwicklungen in den USA hin. Dort spürt Procter & Gamble (P&G) bereits den Druck der Wirtschaftskrise und enttäuschte gestern mit seinem Ausblick. P&G rechnet fürs laufende Quartal mit einem organischen Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent. Das Problem: Die P&G-Premiumprodukte sind zwar in der Regel hochwertiger als die der Konkurrenz, aber auch teurer. In vielen Segmenten hat P&G bereits die Preise gesenkt. Dennoch sank neben dem Gewinn auch der Umsatz.

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