Prognose
Probleme in der Schifffahrt trüben den Ausblick

Die Tui erwartet nach dem vorgelegten Gewinneinbruch 2005 weitere Ertragseinbußen im laufenden Jahr. „Das Konzernergebnis wird im Geschäftsjahr 2006 voraussichtlich niedriger ausfallen als Vorjahr“, heißt es im Geschäftsbericht des Reise- und Schifffahrtskonzerns.

ebe HANNOVER. Die trübe Prognose begründet der Konzern mit höheren Zinszahlungen sowie wegfallenden Gewinnen aus verkauften Tochterfirmen, aber auch mit sinkenden Erträgen in der seit Jahren boomenden Schifffahrt.

Dennoch verteidigte Konzernchef Michael Frenzel am Mittwoch mit Nachdruck den zwei Mrd. Euro teuren Kauf der britisch-kanadischen Reederei CP Ships, der die Abhängigkeit des Konzerns vom krisenanfälligen Tourismusgeschäft verringern soll. „Wir haben das vergangene Jahr genutzt, um unseren Konzern noch wetterfester zu machen“, sagte er. Während CP Ships nun unter das Dach der Tui-Renditeperle Hapag-Lloyd geführt wird, erhält der Boom in der Container-Logistik jedoch einen ersten herben Dämpfer. Weil von Asien bis Europa immer neue Schiffe ausgeliefert werden und Überkapazitäten den Markt belasten, sind die Frachtraten insbesondere auf Asienstrecken sowie in den Fahrtgebieten Europa-Fernost deutlich zurückgegangen. „Wir sehen eine Delle und wissen derzeit nicht, wie tief sie wird“, räumte Frenzel am Mittwoch ein. Die Hypo-Vereinsbank geht in einer Studie davon aus, dass die Frachtraten im laufenden Jahr um zehn Prozent und 2007 um weitere fünf Prozent sinken werden. Angesichts des rasant wachsenden Welthandels hält Frenzel den aktuellen Preisdruck jedoch für vorübergehend und nicht für ein strukturelles Problem.

Dennoch wird allseits ein Ende der langen Hapag-Lloyd-Rekordserie erwartet. Es werde in der Schifffahrt schwer fallen, das operative Ergebnis von 279 Mill. Euro zu wiederholen, räumte Frenzel ein. 2006 werden zudem Integrationskosten fällig, um CP Ships komplett in die Hamburger Hapag-Lloyd-Organisation einzugliedern. Frenzel sprach davon, dass bei CP Ships durch die Zusammenlegung der Zentrale „einige Hundert Arbeitsplätze“ abgebaut würden. Der Zukauf hat die Nettoschulden der Tui 2005 um gut 15 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro in die Höhe getrieben. Finanzvorstand Rainer Feuerhake will sie bis Ende 2006 wieder auf rund drei Mrd. Euro drücken.

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