Prognose wackelt
Metro tief in den roten Zahlen

Die neuesten Quartalszahlen lassen bei der Metro die Alarmglocken schrillen. Sinkende Umsätze und die Tochter Media Saturn belasten den Handelsriesen zunehmend. Metro-Chef Koch beschwichtigt und verweist auf den April.
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DüsseldorfEuropas größte Elektrohandelskette Media-Saturn wird für den Handelsriesen Metro zur Belastung. Der Düsseldorfer Konzern senkte am Donnerstag den Ausblick für die Elektromärkte, denen der harte Wettbewerb in der Branche zu schaffen macht. Die Prognose für den Gesamtkonzern grenzte Metro-Chef Olaf Koch ein: Wechselkurseffekte würden das Ziel eines operativen Gewinns (Ebit) vor Sonderfaktoren von 1,75 Milliarden Euro um einen Betrag „im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belasten“.

Bislang hatte Koch von Media-Saturn ein deutlich steigendes Ergebnis erwartet. Dies musste der Metro-Chef nun zurückschrauben, es habe eine kleine Anpassung in der Prognose gegeben. Die Kette werde wohl im Geschäftsjahr nur einen operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren auf der Höhe des Vorjahres abliefern, räumte Koch am Donnerstag ein. Andere Bereiche des Konzerns, zu dem noch Großmärkte, Real-Supermärkte und die Warenhaustochter Kaufhof gehören, sollten dies kompensieren. Media-Saturn ist durch Online-Händler wie Amazon sowie den Preiskampf in der Branche unter Druck geraten.

Zudem setzt der Kette der Machtkampf zwischen Metro und Minderheitseigner Erich Kellerhals zu. Der Gründer der Kette und Metro liegen seit Jahren im Clinch, zuletzt hatte Media-Saturn-Chef Horst Norberg entnervt das Handtuch geworfen. Media-Saturn verzeichnete von Januar bis März ein Umsatzminus von vier Prozent auf 4,88 Milliarden Euro, der operative Verlust vor Sonderfaktoren stagnierte bei 14 Millionen Euro.

Metro verzeichnete im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 einen operativen Verlust (Ebit) vor Sonderfaktoren von 40 Millionen Euro nach einem Plus von 14 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz fiel um 7,6 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich stand nach Anteilen Dritter ein Minus von 269 (minus 16) Millionen Euro. Der Konzern lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Das wichtige Ostergeschäft fiel aber in diesem Jahr nicht in dieses Quartal. Koch zufolge verzeichnete Metro dann im April über Ostern ein Umsatzplus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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