Prognose
Werbekonjunktur kühlt ab

Nach zwei optimistischen Jahren erhält die deutsche Werbewirtschaft nun einen kleinen Dämpfer: Der Verband Kommunkationsagenturen hat seine Prognose zum Branchenwachstum leicht nach unten korrigiert. Der Grund ist die gesamtwirtschaftliche Lage. Werber wissen aus Erfahrung: Oft wird als Erstes am Marketingbudget gespart.

DÜSSELDORF. Statt fünf bis sechs Prozent wie noch im Frühjahr schätzt der Verband nun eine Umsatzsteigerung von 4,2 Prozent für dieses Jahr. Für 2008 schätzt der GWA den Umsatzzuwachs sogar nur auf 3,8 Prozent.

Als Grund für die Abkühlung nannte der GWA-Vorsitzende Holger Jung die gesamtwirtschaftliche Lage. „Die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt, der starke Euro, sinkende Exporterwartungen – all das schlägt sich schnell auf die Werbebranche nieder“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt. „Wir Werber wissen aus Erfahrung: Oft wird als Erstes am Marketingbudget gespart.“

Die Wachstumsprognose basiert auf einer Befragung unter 121 GWA-Mitgliedern. Genaue Umsatzzahlen liegen dem Verband allerdings nicht vor. Seit einigen Jahren veröffentlichen die deutschen Töchter der großen Werbenetzwerke keine Umsatzzahlen mehr. „Das ärgert uns, denn damit fehlt unserer Branche eine wichtige Kennzahl“, sagt Jung, der auch geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt ist.

Auch bei der durchschnittlichen Renditeentwicklung, die im Schnitt bei rund zwei Prozent des insgesamt zu betreuenden Werbevolumens liegt, stellte der GWA eine klare Unzufriedenheit bei den Mitgliedern fest. Während 2006 noch 67 Prozent der befragten Agenturchefs mit ihrer Rendite zufrieden waren, sagten dies jetzt nur noch 44 Prozent.

Jung macht dafür unter anderem den stark wachsenden Bereich der Onlinewerbung verantwortlich. Vier von fünf GWA-Agenturen haben laut Umfrage im vergangenen Jahr kräftig in die digitale Kommunikation investiert. Aber: „Dort ist die Rendite einfach extrem niedrig“, sagt der GWA-Vorsitzende. Hinzu komme, dass man in den vergangenen Jahren versäumt habe, in Aus- und Weiterbildung zu investieren, so dass jetzt die Jagd nach qualifizierten Onlinewerbern entsprechend groß sei – was wiederum deren Gehälter kräftig in die Höhe treibe.

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