Prognosen übertroffen
Die Deutsche Post profitiert vom anziehenden Welthandel

Die Deutsche Post hat ihren Gewinn mehr als verdoppelt, doch die Euphorie der Anleger hält sich in Grenzen: Das klassische Briefgeschäft wächst kaum noch.
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BonnDie Deutsche Post hat nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal ihre Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Der Konzern erwarte nun einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) am oberen Ende der bisherigen Prognose von 2,2 bis 2,4 (Vorjahr: 1,83) Milliarden Euro. Dank Zuwächsen bei der Tochter DHL und im deutschen Paketgeschäft sei der Umsatz im zweiten Quartal um 0,3 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro gestiegen. Das Ebit habe sich auf 562 Millionen Euro mehr als verdoppelt. „Wir wachsen weiter und haben das positive Momentum der letzten Quartal beibehalten“, urteilte Vorstandschef Frank Appel. Dagegen reagierten die Händler auf die Vorstellung der Zahlen mit gemischten Gefühlen und zeigten sich vom stagnierenden Umsatz des Konzerns enttäuscht. Insbesondere das schwache Abschneiden im Briefgeschäft dürfte den Kurs belasten, kommentierte ein Börsianer. Die Aktien zeigten sich unverändert bei 12,015 Euro, nachdem sie nach der DAX-Eröffnung zunächst zugelegt hatten.

Während das Brief-Aufkommen unter der Konkurrenz von E-Mail und Fax zurückgeht, setzt die Post beim Wachstum längst auf das Expressgeschäft, den Frachtbereich und die Lieferketten-Logistik. Im Briefgeschäft setzt das Unternehmen weiter auf den Ausbau elektronischer Angebote wie den rechtssicheren E-Postbrief und den Online-Handelsplatz MeinPaket.de. Diese sollen die Rückgänge im klassischen Briefverkehr abfedern. Einer Ausgliederung der Briefsparte nach dem Vorbild des niederländischen Mitbewerbers hatte Post-Chef Frank Appel im Mai eine Absage erteilt. Stattdessen will er die digitale Kommunikation noch stärker mit der physischen verknüpfen.

Inzwischen gilt die Deutsche Post als Beispiel dafür, wie Portfoliobereinigung die Bilanz stärken kann: Jahrelang dümpelte der Konzern im schwächsten Segment der Bilanzrankings herum. Mit dem schrittweisen Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank und den Aufräumarbeiten in ausländischen Tochtergesellschaften geht es jetzt deutlich aufwärts. So stieg die Eigenkapitalquote von sechs (2007) auf 26 Prozent (2011). Allein im Firmencheck 2011 kletterte die Post 35 Plätze höher auf Position 90.

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