Prognosen übertroffen
Unilever wächst trotz schwierigem Marktumfeld

Unilever leidet nur bedingt unter der schwachen Nachfrage in Europa: Der Konsumgüterkonzern machte dank guter Geschäfte in Schwellenländern mehr Umsatz und kann seine Gewinnziele im Gegensatz zur Konkurrenz bestätigen.
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LondonDer Konsumgüterriese Unilever kann sich dank guter Geschäfte in Schwellenländern dem schwächeren Branchentrend in Europa entziehen. Der Umsatz legte im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis um 5,8 Prozent zu, wie die weltweite Nummer Drei der Branche am Donnerstag mitteilte. Deutlich überdurchschnittlich entwickelten sich die Märkte in den Schwellenländern mit einem Anstieg um elf Prozent.

Anders als Konkurrenten wie Danone oder Procter & Gamble konnte Unilever seine Gewinnziele bekräftigen. Doch auch die Niederländer rechnen im Jahresverlauf mit Gegenwind von der schwachen Konjunktur sowie wegen steigender Rohstoffkosten.

„Die makroökonomische Situation ist sehr schwierig und es sieht so aus, als ob sich die Lage verschlechtert", sagte Finanzchef Jean-Marc Huet. Insgesamt schrumpfte der Umsatz in Europa um gut zwei Prozent. Unilever ist aber im Gegensatz zum französischen Molkereikonzern Danone von den schuldengeplagten südeuropäischen Ländern wie Spanien weniger abhängig. Dort kaufen die Verbraucher mittlerweile lieber preisgünstigere Joghurts, was Danone zu einer Gewinnwarnung veranlasste.

Unilever - mit Marken wie Dove, Knorr und Lipton - macht in Südeuropa weniger als vier Prozent seines Umsatzes. Vergleichsweise robuste Märkte wie Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die Niederlande milderten den Rückgang in Europa etwas ab. Die Märkte in den Schwellenländern machen rund 55 Prozent aus.

Auch die glänzenden Geschäfte mit Körperpflegeprodukten wie der Dove-Serie, Lux-Seifen oder Clear-Shampoo stützten das Wachstum. In der Sparte legte der Umsatz um gut zehn Prozent zu. Die Profitabilität im Konzern blieb vorerst stabil. Dennoch will das Unternehmen im Gesamtjahr weiterhin eine leichte Verbesserung erreichen, wie Huet bekräftigte. Im Halbjahr stieg der Gewinn um sechs Prozent auf 0,76 Euro je Aktie.

Unilever rangiert hinter Nestle und Procter & Gamble (P&G). Auch P&G gab jüngst eine Gewinnwarnung heraus. Analysten hatten gehofft, dass sich Unilever trotz der konjunkturellen Widrigkeiten besser schlägt als die Konkurrenz. „Dies scheint sich bestätigt zu haben", sagte Andrew Wood von Bernstein Research. Unilever-Aktien reagierten mit Aufschlägen von mehr als vier Prozent.

Unilever ist der erste europäische Konzern der Branche, der Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt hat. Danone folgt Freitag, Nestle am 9. August.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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