Protest der Arbeitnehmervertretungen
Swiss läutet neue Sparrunde ein

Die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft Swiss will erneut beim Personal sparen. Bereits in der vergangenen Woche kündigte die Unternehmensleitung den Gesamtarbeitsvertrag mit dem Bodenpersonal.

HB ZÜRICH. Er hätte sich ansonsten im April nächsten Jahr automatisch verlängert. Jetzt stehen auch die Verträge mit den anderen Beschäftigten zur Disposition. Sie laufen alle im nächsten Jahr aus und werden geprüft, bestätigte gestern ein Konzernsprecher in Zürich.

Beim Personal stößt die Swiss dabei erwartungsgemäß auf zähen Widerstand. „Die Zitrone ist ausgepresst“, sagt Christoph Ulrich, Geschäftsführer der Pilotengewerkschaft Aeropers, die die ehemaligen Swissair-Piloten vertritt. Philipp Hadorn, Präsident der Gewerkschaft SEV-GATA, die für das Bodenpersonal zuständig ist, fragt rhetorisch: „Will die Swiss etwa unsere Mindestlöhne von 3250 Franken (2150 Euro) kürzen? Oder soll die 45-Stunden-Woche eingeführt werden?“ Und bei der größten Gewerkschaft Kapers, die das Kabinenpersonal vertritt, sieht man keinerlei „monetären Spielraum“, offizielle Gespräche seien aber nicht geführt worden.

Der Widerstand der Gewerkschaften ist vor dem Hintergrund der kurzen Swiss-Geschichte verständlich: Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten bereits ein knappes Drittel seiner Stellen gestrichen und auch bei der Bezahlung der Mitarbeiter erheblich Einschnitte durchgesetzt.

Dennoch ist die Finanzlage angespannt. Die eigentlich geplante „Schwarze Null“ im operativen Geschäft erreicht das Unternehmen nach eigener Auskunft in diesem Jahr nicht. Schuld daran dürften vor allem die hohen Ölpreise sein. Die Swiss hatte ihre Absicherungsrechte auf Flugtreibstoff verkauft, um kurzfristig zu Geld zu kommen. Dies rächt sich inzwischen.

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