Protest gegen Bahn-Tochter Stinnes Logistics
Logistikfirmen fürchten neuen Branchenriesen

Das Logistikgewerbe läuft Sturm gegen den für Anfang nächster Woche geplanten Zusammenschluss der Deutsche- Bahn-Tochter Stinnes mit der DB Cargo zur Stinnes Logistics.

HB/ek DÜSSELDORF. Stinnes Logistics vereint die Speditionsaktivitäten der Stinnes-Tochter Schenker und das Schienengütergeschäft der DB Cargo zu einem Güterverkehrskonzern mit 65 000 Mitarbeitern und 11,7 Mrd. Euro Umsatz. Das eher mittelständisch geprägte Speditions- und Logistikgewerbe kritisiert, der neue Branchenriese setze die Konkurrenten einem Verdrängungswettbewerb aus.

Es werde versucht, „die Bahn mit den falschen Konzepten und Methoden zu sanieren“, sagte Klaus-Michael Kühne, Präsident von Kühne & Nagel, dem Handelsblatt. Mit dem neuen Unternehmen werde zudem die Trennung des Speditionsgeschäfts von der Carrier-Funktion der Bahn aufgegeben, befürchtet Thomas Hoyer, geschäftsführender Gesellschafter des Logistik-Dienstleisters Hoyer Group. Es sei nicht nachzuvollziehen, wie in Konkurrenzsituationen die Gleichbehandlung aller Kunden praktisch sichergestellt werden könne.

Stinnes-Chef Bernd Malmström weist die Vorwürfe zurück. Die Zusammenführung von Schiene und Logistik sei der entscheidende Schritt, um das Überleben der Güterbahn zu sichern und sie fit für den europäischen Wettbewerb zu machen, sagte er. Wenn die Schienen, wie von der Europäischen Union vorgegeben, europaweit Bahnbetreibern offen stehen , sei Schenker in allen Ländern mit einer Vertriebsorganisation präsent und könne zumindest mittelfristig Rückladungen für leere Güterwagen besorgen.

Malmström betont, unter dem Stinnes-Dach gebe es keine Verschmelzung des Spediteurs Schenker mit dem Carrier DB Cargo. Vielmehr würden beide Bereiche durch eindeutige Grenzen („Chinese Walls“) getrennt. Schenker werde auch nicht von besonderen Bahn-Preisen profitieren.

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