Provision für Flugtickets wird erst später gestrichen
Tui-Tochter rudert zurück

Die zum Touristikkonzerns Tui gehörende Ferienfluggesellschaft Hapagfly bietet den Reisebüros bei der geplanten Umstellung auf ein neues Preismodell eine Übergangslösung an. Die Provisionen beim Verkauf von Flugtickets sollen erst ein Jahr später als geplant gestrichen werden.

HB FRANKFURT. Bis dahin sollen im Rahmen des neuen Vertragsmodells weiterhin Provisionen von 7,50 € pro Flugstrecke bei Kurzstrecken und zwölf Euro bei längeren Strecken gezahlt werden, teilte Tui am Mittwoch mit. Ab November 2006 sollen dann die Provisionen wegfallen. Reisebüros müssen dann ähnlich wie bereits beim Ticketverkauf für Lufthansa und andere große Linienfluggesellschaften Serviceentgelte von den Kunden verlangen. Bislang zahlte Hapagfly zwischen zehn und 11,5 % vom Ticketpreis an die Reisebüros.

Hapagfly hatte die geltenden Verträge Ende April zum 31. Oktober gekündigt und wollte bereits von diesem November an die so genannte „Nullprovision“ durchsetzen. Auch andere Ferienfluggesellschaften hatten im April ihre Verträge mit den Reisebüros gekündigt. Hintergrund ist der massive Kostendruck durch die Billigfluggesellschaften, bei denen größtenteils nur über das Internet ohne jegliche Provisionszahlung gebucht wird.

Das Bundeskartellamt ermittelt deshalb gegen die Tui-Flugtochter und drei andere Ferienfluggesellschaften wegen des Verdachts unzulässiger Absprachen bezüglich neuer Provisionsregeln mit den Reisebüros. Am Dienstag waren deshalb die Geschäftsräume von Hapagfly, Air Berlin, LTU und der Flugtochter Condor des Reisekonzerns Thomas Cook durchsucht worden. Den Unternehmen droht nun ein Bußgeld, falls eine Absprache nachgewiesen werden sollte. Alle vier Unternehmen haben die Vorwürfe bestritten.

Air Berlin hatte sich bereits von vornherein der Überlegung für einen kompletten Wegfall der Reisebüro-Provisionen nicht angeschlossen und stattdessen in seinen neuen Vertragsentwürfen eine Reduzierung vorgeschlagen.

Die Tui-Flugtochter Hapagfly kündigte an, falls Reisebüros das vorgeschlagene Modell ablehnten, behalte man sich vor, die für das kommende Jahr nochmals angebotenen Provisionen zu kürzen. Die Verschiebung der Nullprovision um ein Jahr bietet aus Hapagfly-Sicht den Reisebüros genügend Zeit sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen.

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