Prozess
Führung der Pleite-Airline Spanair verurteilt

Die Ex-Führung von Spanair ist von einem Gericht verurteilt worden. Die Manager sollen die Einleitung eines Konkursverfahrens hinausgezögert und damit die Finanzlage des Konzerns weiter verschlechtert haben.
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BarcelonaMehr als zweieinhalb Jahre nach der Pleite von Spanair ist die damalige Führung der spanischen Fluggesellschaft zur Zahlung von 10,8 Millionen Euro verurteilt worden. Die Mitglieder des damaligen Verwaltungsrates seien von einem Gericht in Barcelona für schuldig befunden worden, die Einleitung eines Konkursverfahrens hinausgezögert und damit die Finanzlage des Unternehmens verschlechtert zu haben, berichteten spanische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Sprecher des zuständigen Handelsgerichts.

Den meisten der Ex-Vorständen, darunter auch dem ehemaligem Spanair-Präsidenten und heutigen Geschäftsführer des englischen Fußball-Topclubs Manchester City, Ferran Soriano, wurde zudem die Verwaltung fremden Vermögens für zwei Jahre untersagt. Mitverurteilt wurden den Angaben zufolge auch drei Gesellschaften der Autonomen Region Kataloniens, wie etwa die staatseigene Holding Avançsa, die alle als juristische Person im Verwaltungsrat von Spanair vertreten waren.

Die 1986 gegründete Airline hatte im Januar 2012 den Betrieb eingestellt. Spanair hinterließ Schulden von mehr als 350 Millionen Euro. Soriano hatte zu beginn des Prozesses im Juli alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er machte indirekt die Regionalregierung und die EU für die Spanair-Pleite verantwortlich. Barcelona habe entgegen der Zusagen die Finanzhilfen an Spanair gestoppt, sagte er vor Gericht. Ermittlungen der EU wegen angeblich illegaler Subventionen für Spanair hätten darüberhinaus Qatar Airlines von einem Einstieg bei der spanischen Gesellschaft abgehalten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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