Prozessauftakt
Heros-Chef legt Geständnis ab

Zum Prozessauftakt um den Millionenbetrug beim ehemals größten deutschen Geldtransport-Unternehmen Heros hat der Firmengründer Karl-Heinz Weis ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Auf der Anklagebank sitzen neben dem Ex-Geschäftsführer Weis drei weitere Manager des ehemaligen Marktführers des Unternehmens.

HB FRANKFURT. „Wir haben die Kundengelder bei der Bundesbank auf ein Sammelkonto eingezahlt und immer wieder Summen auf unsere eigenen Geschäftskonten weitergeleitet, um Verbindlichkeiten zu zahlen“, sagte Ex-Heros-Chef Karl-Heinz Weis vor dem Landgericht Hildesheim.

Den Managern werden Untreue und Bankrott in besonders schweren Fällen vorgeworfen. Beide Vergehen werden mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geahndet. Der Prozess ist auf 30 Verhandlungstage terminiert, mit einem Urteil wird bis zum 28. März 2007 gerechnet.

Weis und seine Mitbeschuldigten sollen laut Anklage in 282 Fällen rund 250 Mill. Euro ergaunert haben, indem sie zwischen Februar 2001 und Februar 2006 die Tageseinnahmen von bis zu 1 000 Firmen veruntreuten.

Heros selber hatte, nachdem der Betrug aufgeflogen war, Insolvenz anmelden müssen. Im Sommer hatte der US-Investor Matlin Patterson das Unternehmen übernommen. Seitdem firmiert es unter dem Namen Securlog.

Nur ein halbes Jahr nach dem Heros-Skandal flogen weitere Betrügereien bei Geldtransporter-Unternehmen auf. Nicht nur bei Arnolds in Essen fehlten Kundengelder in Millionenhöhe, sondern auch bei GWS in Nordhorn und Laserich in Bonn. Überall hatten die Chefs in die Kasse gegriffen, um ihre in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Unternehmen zu retten. Das Problem sind bislang die Lücken im System: Niemand kontrolliert die etwa 100 größeren und kleineren Firmen, die Tag für Tag mit ihren Panzerwagen rund eine Milliarde Euro durch die Republik kutschieren.

Jetzt will die Branche mit neuen Sicherheitsvorschriften das verlorene Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. Bezahlen sollen das Mehr an Sicherheit die Kunden durch höhere Preise. Am Mittwoch will der Branchenverband BDGW die neuen Regeln vorstellen. sos

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