Prüfgesellschaften
TÜV Süd will in Asien expandieren

Deutschlands Prüfgesellschaften wachsen verstärkt im Ausland. Nach der geplatzten Fusion mit dem TÜV Nord (2007) und dem vom Kartellamt untersagten Zusammenschluss mit dem TÜV Rheinland (2008) richtet das Prüfunternehmen den Blick verstärkt auf das Ausland. Vor allem in Asien will der Konzern zulegen.
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MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die Münchener suchen nach Prüflabors in China und Indien, die in der Textil-, Lebensmittel und Autoindustrie arbeiten. Wollen Inder und Chinesen nach Europa exportieren, brauchen sie westliche Prüfkennzeichen, so das Kalkül der Münchener.

Nach der Dekra und dem TÜV Rheinland, hat nun auch der größte Prüfkonzern, der TÜV Süd, seine Jahreszahlen vorgelegt. Der Prüfkonzern in München sieht sich wie seine Konkurrenten in einer starken Position - trotz Wirtschaftskrise. Im Geschäftsjahr 2009 erwartet das Unternehmen einen Erlös von 1,36 Mrd. Euro, das sind 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Beschäftigten ist auch in diesem Jahr gestiegen

Die Hälfte der Erlöse entfallen auf das Industriegeschäft, die weiteren Geschäftsfelder sind die klassische Prüfung von Fahrzeugen sowie die Gesundheitsvorsorge, Schulung und Training. Erfolgszahlen für das ablaufende Geschäftsjahr liegen noch nicht vor. Die Beschäftigtenzahl steigt: Mittlerweile arbeiten 14 860 Menschen für den TÜV Süd - rund 700 mehr als im Vorjahr. Zukäufe plant der TÜV Süd auch im Energiebereich. "Wir wollen in den kommenden Jahren im Schnitt um sechs Prozent wachsen", sagte TÜV-Süd Finanzvorstand Peter Klein am Mittwoch in München. Die Münchener setzen dabei auch auf Zukäufe und verweisen auf Barmittel und Kreditzusagen über 400 Mio. Euro. Ziel seien kleinere Unternehmen mit einem Umsatz bis 20 Mio. Euro. "Wir versuchen aber auch größere Dinge an Land zu ziehen", betonte Klein.

Mittlerweile entfällt ein Drittel des Geschäftes auf das Ausland. Das spektakulärste Projekt ist derzeit der Aufbau einer landesweiten Fahrzeugprüfung in der Türkei. Der TÜV Süd ist mit rund einem Drittel am TÜV Turk beteiligt. Das deutsch-türkische Joint Venture wächst kräftig: Nach 45 Mio. Euro Umsatz macht das Unternehmen in diesem Jahr bereits 190 Mio. Euro. In Dubai sind die Münchener in der Ausbildung von Fahrlehrern aktiv. Der TÜV Süd hofft mit diesem Referenzprojekt auf weitere Kunden im Nahen Osten.

Erst im Oktober kauften die Münchener GNEC, das führende koreanischen Prüfbüro für Atomkraftwerke. Mit GNEC hofft der TÜV Süd eine führende Rolle im wachsenden asiatischen Prüfmarkt für Kernkraft zu werden. TÜV-Süd-Chef Axel Stepken will aber auch in das Prüf- und Beratungsgeschäft für erneuerbare Energien einsteigen, beispielsweise mit Gutachten für Solar- und Windparks.

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