Puma verliert Marktanteile
Die Raubkatze springt – aber nicht weit genug

Puma ist im zweiten Quartal kräftig gewachsen. Trotzdem fällt die Sportmarke zurück: Der Rivale Under Armour ist viel dynamischer unterwegs. Nur in einem gleichen sich die beiden Labels.

MünchenEs geht aufwärts bei Puma. Um sieben Prozent auf 827 Millionen Euro ist der Umsatz des fränkischen Sportkonzerns zwischen Mai und Ende Juni geklettert. Soweit die guten Nachrichten.

Ein Blick auf die Zahlen der Konkurrenz aber zeigt: Beim derzeitigen Tempo fällt der fränkische Turnschuh-Hersteller noch weiter zurück. Vergangenes Jahr hat Under Armour erstmals Puma als Nummer drei in der Sportbranche abgelöst. Nun ziehen die Amerikaner erneut davon. Im zweiten Quartal hat Under Armour Shirts, Shorts und Schuhe für eine Milliarde Dollar verkauft (910 Millionen Euro), ein Plus von knapp 30 Prozent.
Weltmarktführer Nike und der Branchenzweite Adidas sind ohnehin außer Sichtweite. Die Amerikaner sind fast zehnmal so groß wie die Deutschen. Alleine der Gewinn der Marke mit dem „Swoosh“ entspricht nahezu dem Jahresumsatz von Puma.

Größe ist in der Branche kein Selbstzweck. Wer mehr Geld einnimmt, kann mehr ausgeben fürs Marketing. Weil die Hersteller stets einen fixen Prozentsatz der Erlöse in Werbung und Sponsoring stecken, haben vor allem Adidas und Nike einen wesentlichen Vorteil.

Puma-Chef Bjørn Gulden sieht sein Unternehmen dennoch auf einem guten Weg: „Wir sind mit der Entwicklung im zweiten Quartal sehr zufrieden.“ Zu konstanten Wechselkursen hätte Puma ein Plus von 13 Prozent verzeichnet, unterstrich der Manager am Mittwochmorgen. Vor allem im Geschäft mit speziell für Frauen entwickelten Produkten sehe es sehr gut aus. Im Februar hat Sängerin Rihanna ihre erste für Puma entwickelte Kollektion vorgestellt. Puma sei in allen Kategorien gewachsen, unterstrich Gulden. Die einzige Ausnahme sei der Motorsport gewesen.

Der Norweger hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass es viel Zeit braucht, dem Label wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Vor allem braucht es jede Menge Geld. Gulden steckt Millionen in eine moderne IT, in neue Läden und in Stars und Fußballklubs. Daher reichte es im abgelaufenen Quartal auch lediglich zu einem mageren Überschuss von 1,6 Millionen Euro.

Zumindest beim Gewinn ähneln sich Puma und Aufsteiger Under Armour. Die Amerikaner haben im zweiten Quartal ebenfalls kaum etwas verdient. Auch das Label aus Baltimore konnte sich mit gut fünf Millionen Euro nur knapp in den schwarzen Zahlen halten.

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