Puppenhersteller: Zapf meldet neue Probleme

Puppenhersteller
Zapf meldet neue Probleme

Mit seinen weinenden Baby-Puppen ist Zapf zu einem der bekanntesten Spielwarenhersteller Deutschlands geworden. Nun gerät das fränkische Traditionsunternehmen immer tiefer in die Krise. Doch neu sind die Probleme nicht.
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RödentalKrise in der Puppenstube: Der traditionsreiche Hersteller Zapf gerät immer weiter in Schieflage. Nach Millionenverlusten im Jahr 2011 verschärfte sich die Situation des fränkischen Unternehmens im vergangenen Jahr weiter. Der Verlust überstieg die Hälfte des Grundkapitals, wie das Unternehmen am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung in Rödental erklärte. Zapf begründete dies mit einer weiteren Ergebnisbelastung im Geschäftsverlauf 2012 sowie Wertberichtigungen.

Zapf wurde 1932 gegründet und gehört mit Puppen wie „Baby Born“, die weinen und aus dem Fläschchen trinken können, zu einem der bekanntesten Spielwarenhersteller Deutschlands. Zapf leidet aber unter Billig-Konkurrenz und dem nachlassenden Interesse kleiner Mädchen an Baby-Puppen. Hauptzielgruppe für die Zapf-Puppen sind Mädchen zwischen zwei und acht Jahren – viele spielen aber schon in diesem Alter lieber mit „Fashion Dolls“ (Ankleidepuppen) die sie wie Popstars anziehen und ausstatten können.

Der Zapf-Vorstand wird nun nach Angaben des Unternehmens unverzüglich eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen – dies ist laut Aktiengesetz vorgeschrieben. Genaue Zahlen für das Jahr 2012 nannte das Unternehmen nicht. Auch zu den Gründen für die Probleme schwieg Zapf auf Nachfrage am Donnerstag.

Neu sind die Schwierigkeiten nicht: Der Umsatz ging im Laufe der Jahre immer weiter zurück: 2011 erlöste Zapf nur noch knapp 60 Millionen Euro. Zehn Jahre zuvor waren es noch 193 Millionen Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten sank immer weiter auf zuletzt unter 100 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr 2012 schrieb Zapf einen Verlust von 4,3 Millionen Euro.

Erst vor kurzem hatte Zapf einen weiteren Rückschlag einstecken müssen: Der US-Unternehmer Isaac Larian, Chef des amerikanischen Spielwarenherstellers MGA, gab seine Mehrheit an Zapf ab. Über Stiftungen hielt er seit 2006 die Mehrheit bei Zapf, verringerte seinen Anteil nun aber auf einen Wert zwischen 25 und 50 Prozent – seine Gründe wurden nicht bekannt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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