Qatar Airways
Höhenflüge am Golf

Ali el Reis hat für seine Qatar Airways hohe Ziele – der Mond soll es sein, wenn auch nicht zwingend real, dann wenigstens im übertragenen Sinne. Die Fluggesellschaft ist auf einem guten Weg: Die Flotte ist zehn Mal so groß wie zu Beginn, 78 Ziele weltweit werden angesteuert. Die Konkurrenz, darunter auch die Lufthansa, wird dabei allmählich nervös.

DOHA. Ali el Reis lehnt sich in seinen dunkelroten Polstersessel zurück – die Hände liegen auf den Armlehnen, die Füße in den offenen Sandalen stehen nebeneinander. Die Haltung des Chefcontrollers der Fluggesellschaft Qatar Airways signalisiert Offenheit. Doch offen über seine Pläne reden, das will el Reis dann doch nicht. Nur so viel: „Zum Mond, ja, sogar zum Mond möchte Qatar Airways fliegen“, sagt er, schlägt die Beine unter seinem bodenlangen, weißen Gewand übereinander – und sein Grinsen ist breiter als sein schwarzgrauer Schnurrbart.

Auch wenn dies wohl nur ein Scherz war, in Frankfurt, London und Paris, in den Zentralen von Europas führenden Fluggesellschaften Deutsche Lufthansa, British Airways und Air France-KLM, wird wohl niemand darüber lachen können. Denn Qatar Airways hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie Dinge schafft, die zunächst unmöglich klingen.

Vor zehn Jahren ist das Unternehmen gegründet worden – mit nur vier Flugzeugen. Heute ist Qatar Airways eine der weltweit am stärksten wachsenden Fluggesellschaften und hat sich mit ihrem Superservice unter die Top Fünf der beliebtesten Fluglinien katapultiert.

Sie fliegt mit 58 Flugzeugen 78 Ziele an – und im 60-Tage-Takt kommen neue hinzu wie in diesem Jahr Washington, New York und Stockholm. Die halbstaatliche Fluggesellschaft gehört dem Emir von Qatar, Hamad el Thani, sowie einer Handvoll privater Investoren.

Bis zum Jahr 2010 will Qatar Airways seine Flotte auf 110 Flugzeuge fast verdoppeln und nicht nur in Sachen Service, sondern auch bei anderen Branchenkennzahlen wie der Zahl der Destinationen in die erste Liga der Luftfahrt aufsteigen. Dieses Ziel verfolgen die Kataris konsequent. Mitte dieses Jahres bestellten sie 80 Airbus-Langstreckenjets des noch zu entwickelnden A350 sowie drei weitere A380, das größte Passagierflugzeug der Welt. Die Order hatte einen Wert von 16 Milliarden Dollar.

Das Emirat Qatar, das wie ein siegessicher ausgestreckter Daumen in den Persischen Golf ragt und nur halb so groß ist wie Hessen, ist auf dem besten Weg, sich als internationales Drehkreuz zu etablieren. Acht Millionen Menschen flogen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einer Maschine, deren Heck eine Antilope – das Nationalsymbol – ziert. 80 Prozent der Passagiere, die mit Qatar Airways in Doha landeten, flogen gleich weiter. Qatar Airways profitiert dabei nicht nur von der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Nachfrage nach Flugreisen, sondern wächst auch auf Kosten der europäischen Fluggesellschaften.

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