Qualität, Veganes, Convenience
Was in Zukunft auf den Tisch kommt

Wenn sich Lebenskonzepte verändern, wechseln auch die Essgewohnheiten. Welche Trends die kommenden Jahre bestimmen werden – und wie Gastronomie, Lebensmittelhandel und Ernährungsindustrie damit umgehen wollen.

KölnDas gemeinsame Frühstück oder Mittagessen am häuslichen Esstisch bekommt in Deutschland Seltenheitswert. Die Deutschen essen immer öfter unterwegs, oft direkt beim Bäcker oder im Supermarkt. Zugleich steigen die Ansprüche an das Essen – wie nicht nur der Trend zu veganer Kost zeigt. Die Gesellschaft hat sich verändert und mit ihr die Essgewohnheiten – Lebensmittelhandel, Ernährungsindustrie und Gastronomie müssen sich umstellen.

Um mehr als vier Prozent ging der Verzehr in den vergangenen zehn Jahren zurück, so der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) am Dienstag in Köln vor der weltgrößten Ernährungsmesse Anuga, die am 10. Oktober beginnt. Diese Veränderung hat auch Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten der Deutschen. Bleibt die Küche immer häufiger kalt, muss auch weniger eingekauft werden.

Der Lebensmitteleinzelhandel setzt deshalb auf Snacks für unterwegs und neue Gastronomiekonzepte. Das hat für die Händler zwei Vorteile: Zum einen bringt ein fertig belegtes Sandwich schlichtweg mehr Geld in die Kasse als einzeln verkaufte Brotscheiben und Aufschnitt. Zudem jagen sie der Gastronomie Umsatz ab. Denn wer sein Mittagessen günstig beim Bäcker oder im Supermarkt auf die Hand erstehen kann, der spart sich das Essen im Restaurant.

Die Strategie geht auf: Der Handel verzeichnet ein leichtes Umsatzplus von nominal 1,8 Prozent für die erste Jahreshälfte, was einem Handelsvolumen von knapp 108 Milliarden Euro entspricht.

Während der Lebensmittelhandel neue Geschäftskonzepte ausprobiert, hat die deutsche Ernährungsindustrie mit einer schwachen Bilanz zu kämpfen. Real sei der Umsatz im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent gesunken, nominal um 4,4 Prozent - auf 81,9 Milliarden Euro, berichtete die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE). Die sinkende Mengennachfrage macht auch der Ernährungsindustrie zu schaffen. Dazu kommt ein harter Preiskampf, der den Umsatz weiter drückt. Auf der anderen Seite klagt die Branche über hohe Kosten bei Rohstoffen, Energie und Löhnen.

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