Quartalsbericht
Henkel schaut sich Übernahmekandidaten an

Der Konsumgüterkonzern spürt die Schwäche der Kunden in der Klebstoffsparte. Henkels Geschäfte mit Persil, Schwarzkopf und Co. können sich aber sehen lassen. Der Gewinn steigt stärker als erwartet.
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DüsseldorfDie Konjunkturschwäche hinterlässt erste Spuren in der Bilanz von Henkel. Die Klebstoffsparte, die gut die Hälfte des Geschäfts ausmacht, setzte zu Jahresbeginn weniger um. Der Konsumgüterkonzern spüre hier "die Schwäche wichtiger Abnehmerindustrien", räumte Henkel-Chef Kasper Rorsted am Mittwoch ein. Dazu zählt auch die Autobranche, immer mehr Pkw werden auch durch Klebstoff zusammengehalten.

Die Waschmittel- und Kosmetiksparten bereiteten Rorsted indes mehr Freude: Beide verbuchten deutliche Umsatzzuwächse. Beim Gewinn legte der Konzern sogar stärker als vom Markt erwartet zu, Henkel-Aktien kletterten deshalb deutlich. Auf für die Jahresziele sieht Rorsted Henkel weiter auf Kurs. Der Konzern ist zudem schuldenfrei. Dies soll aber nicht so bleiben: Rorsted schaut sich nach Übernahmezielen um.

"Trotz eines herausfordernden Umfelds im ersten Quartal 2013 mit einer rückläufigen Entwicklung in Westeuropa sowie einer schwächer als erwarteten Industrieproduktion konnten wir Ergebnis und Umsatz steigern", betonte Rorsted, der 2012 noch ein Rekordjahr präsentiert hatte. Das Umsatzplus fiel im ersten Quartal 2013 mit 0,6 Prozent auf 4,03 Milliarden Euro aber minimal aus und lag sogar unter den Erwartungen von Analysten.

Henkel sei durch die Auswirkungen der Schuldenkrise belastet worden, sagte Rorsted. Der Umsatz der konjunkturabhängigen Klebstoffsparte, zu deren Kunden etwa die kriselnde Auto- sowie Elektronikindustrie zählen, ging auf 1,94 (2,00) Milliarden Euro zurück. Bei Waschmitteln wie Persil konnte sich Rorsted dagegen über einen Anstieg um 6,3 Prozent freuen.

Bei den Ertragszahlen profitierte Henkel von Rorsteds Sparkurs - den er weiter verschärfen könnte: Henkel werde "Prozesse weiter vereinfachen und beschleunigen", kündigte der dänische Manager an. Rorsted will etwa in neue IT-Strukturen investieren, um die Kosten in Zaum zu halten. Henkel hatte in den vergangenen Jahren aber auch Stellen gestrichen: Konzernweit sank die Zahl der Mitarbeiter von über 55.000 im Jahr 2008 auf 46.668 Menschen per Ende März.

Im Quartal stieg der operative Gewinn (Ebit) auf 565 (Vorjahr: 538) Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Anteilen Dritter von 393 (361) Millionen Euro. Die Zahlen lagen leicht über den Prognosen der Analysten.

2013 will Henkel den organischen Umsatz nun weiter um drei bis fünf Prozent steigern - dies gelte auch für die Klebstoff-Sparte, betonte Rorsted. Die bereinigte Ebit-Marge soll auf "etwa 14,5 Prozent" klettern, im Quartal lag sie bei 14,9 Prozent. Zudem will Rorsted das Geschäft in Wachstumsmärkten etwa in Asien ausbauen - wie auch Konkurrent Beiersdorf. Dieser war dank zweistelliger Zuwächse in Südamerika und Asien mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Auch Konkurrenten wie Unilever und L'Oreal punkten dort und machen so die wirtschaftliche Krise in Europa wett.

Henkel fuhr rund 43 Prozent des Umsatzes in Wachstumsregionen ein - im Vorjahr waren es noch 41 Prozent. 2016 soll die Hälfte des Umsatzes aus den boomenden Regionen der Welt stammen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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