Quartalsbilanz
Die Lage bei Delta Air Lines spitzt sich zu

Die insolvente US-Fluggesellschaft Delta Air Lines ist im angelaufenen Quartal weiter abgerutscht. Das Minus verdoppelte sich beinahe. Die Existenz ist gefährdet.

HB NEW YORK. Unterm Strich wies die Nummer drei der US-Fluggesellschaften am Donnerstag nach Börsenschluss einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar aus (940 Millionen Euro). Ein Jahr zuvor hatte der Konzern im dritten Quartal ein Minus von 646 Millionen Dollar verbucht. Im Berichtszeitraum machten Delta vor allem die gestiegenen Treibstoffkosten zu schaffen. Maßnahmen zur Kostensenkung konnten diese nicht auffangen.

Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 8,9 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 12,0 Milliarden Dollar, der Verlust sank in dieser Zeit von 3 auf 2,6 Milliarden Dollar.

Mitte September hatte sich Delta in den Gläubigerschutz nach US-Konkursrecht geflüchtet, das so genannte Chapter 11. Dadurch kann sich Delta einfacher sanieren. Die Belegschaft soll von derzeit 52 000 Beschäftigten um 7 000 bis 9 000 verringert werden. Seit 2001 sind schon 20 000 Jobs verschwunden. Bei den verbliebenen Mitarbeitern wird das Gehalt zwischen 7 und 10 Prozent gekürzt; nur Wenigverdiener mit 25 000 Dollar Jahreseinkommen abwärts sind davon ausgenommen. Unternehmenschef Gerald Grinstein wird auf ein Viertel seines Gehalts verzichten. So will Delta bei den jährlichen Arbeitskosten 930 Millionen Dollar sparen.

Die meisten großen US-Fluglinien stecken in der Krise, die ihren Anfang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 nahm. Die Passagiere blieben aus Angst vor erneuten Attentaten weg, einige Gesellschaften mussten Insolvenz anmelden. Zwar nahmen die Verluste der Branche in den letzten Monaten ab, aber Hurrikan „Katrina“ und die dadurch explodierenden Ölpreise haben die Hoffnung auf eine schnelle Besserung wieder zunichte gemacht.

Delta Air Lines – geplagt von strukturellen Problemen, attackierenden Billigfliegern und dramatisch gestiegenen Kerosinkosten – hat seit 2001 Verluste von fast 10 Milliarden Dollar eingeflogen, 5,2 Milliarden Dollar allein im vergangenen Jahr. Der Konzern sitzt eigenen Angaben zufolge auf einem Schuldenberg von 20 Milliarden Dollar.

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